Auch im Kleinen kann man was tun

Zum den Kommentaren „Hans Willms, Willkommen war gestern“, und „Marvin Köhnken, Prägend, aber bitte nicht auf Dauer“ (AZ vom 12. Dezember) schreibt Borvin Wulf aus Suderburg.

Danke, Hans Willms, und Danke Marvin Köhnken, für Ihre einfühlsamen und differenzierten Beiträge. Sie vermitteln ein bisschen Hoffnung, dass sie keine sich nur allzu schnell wieder verflüchtigenden, sondern länger anhaltende Duftnoten für den Umgang mit schutzsuchenden Flüchtlingen und Asylbewerbern sind.

Einen wesentlichen Punkt lassen leider auch die beiden Kommentatoren außen vor: Fluchtursachen zu thematisieren. Es langt eben nicht, wie das auch die meisten politischen Parteien tun, bloß darauf hinzuweisen, Fluchtursachen seien zu bekämpfen, ohne die Ursachen konkret zu verifizieren.

Auf die folgenden will ich mich hier beschränken: 1. Die Waffenexporte an alle (Bürger-)Kriegsparteien – weltweit.

2. Die Liberalisierung des globalen, schrankenlosen kapitalistischen Freihandels beispielsweise auf den Gebieten Dienstleistung, Logistik und Zölle. Die Liberalisierung zerstört die Grundlagen der kleinbäuerlichen und der handwerklichen Wirtschaft in Schwellen- und Entwicklungsländern, weil die hochindustrialisierten Länder, wozu auch Deutschland zählt, vielfach auch aufgrund von staat–lichen Subventionen selbstverständlich in der Lage sind, die materiellen Bedürfnisse der ganzen Welt zu befriedigen. Allerdings: Die in der Dritten Welt lebenden Menschen bleiben dabei meist auf der Strecke.

3. Dazu gehört auch, dass wir unsere aus altersgründen abzuwrackenden Schiffe und unseren Plastik- und Elektro–schrott zwecks „Entsorgung“ in die ärmsten der armen Länder liefern, was riesige Müllhalden in Afrika und Asien zur Folge hat.

4. Auch im Kleinen können wir was tun: Keine Wegwerfware (Fast-Fashion-Kleidung) kaufen. Nur Dinge kaufen, die man wirklich braucht. Das heißt zum Beispiel: Sich keinen Modetrends und Modediktaten zu unterwerfen. Die Sinnhaftigkeit dieser Ziele für ein miteinander (und nicht gegeneinander) leben, ist evident. Alles andere ist ein verdaddeltes Leben.

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