Armut bekämpfen!

Kinder aus ärmlichen Verhältnissen sind in ihren Zukunftsperspektiven benachteiligt – AZ-Leser Joachim Meyer fordert, hier noch konsequenter gegenzusteuern.
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Kinder aus ärmlichen Verhältnissen sind in ihren Zukunftsperspektiven benachteiligt – AZ-Leser Joachim Meyer fordert, hier noch konsequenter gegenzusteuern.

Joachim Meyer aus Uelzen-Westerweyhe schreibt zum Bericht „Arme Kinder im Hintertreffen“ (AZ vom 14. März 2015):.

Es ist schon erstaunlich: Kaum ist die Tinte von Untersuchungen, die sich mit der Armut und dem Armutsrisiko in Deutschland beschäftigen, getrocknet, schon finden sich Menschen, die diese Studien infrage stellen und/oder verharmlosen. Offensichtlich hat man große Angst vor denjenigen, die die gesellschaftliche Situation ungeschönt und realistisch beschreiben.

Beispielhaft ist hier der AZ-Artikel „Arme Kinder im Hintertreffen“ zu nennen. Eine Studie, die fehlende Zukunftschancen armer Kinder wissenschaftlich präzise beschreibt, wird prompt von einer Erzieherin aus Mühlheim und einem „Kita-Experten“ aus Essen verwässert und uminterpretiert. Gleiches gilt auch für die kürzlich veröffentlichte Untersuchung des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zur Armutssituation in Deutschland. Es dauerte kaum 24 Stunden und schon waren so genannte „Experten“ zur Stelle, die diese Studie in Bausch und Bogen ablehnten und die seriösen wissenschaftlichen Erkenntnisse umgehend diskreditierten. Die Liste ähnlicher Beispiele ließe sich beliebig verlängern.

Man fragt sich verwundert, wem nützt es? Den vielen betroffenen Menschen sicherlich nicht. Allenfalls der Bundesregierung und der politischen Kaste aus CDU, CSU, SPD und Grünen. Sie können weiterhin entspannt von „schwarzen Nullen“, „Schuldenbremsen“ und vom „Aufschwung“ träumen und das wachsende Armutsproblem in der Bundesrepublik erfolgreich verdrängen.

Ihr fast gebetsmühlenartig vorgetragenes Mantra „Uns geht es gut“ wird aber von einer großen Gruppe der Bürger schon längst nicht mehr als Lebenswirklichkeit wahrgenommen. Sie machen täglich ganz andere Erfahrungen. Darum sollte sich niemand auf willige mediale und politische „Mietmäuler“ verlassen und weiterhin die Augen vor dem wachsenden Armutsproblem verschließen, sondern endlich ernsthaft, gerecht und wirkungsvoll die Armut bekämpfen!

Zunehmende Verarmung weiter Bevölkerungskreise gefährdet unsere Demokratie. Deutschland hat aber genügend wirtschaftliche und politische Möglichkeiten, um wirkungsvoll der Verarmung entgegenzutreten. Man muss es nur wollen!

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