Antwort auf „Warum brennen Mastställe“

Frau Schütz stellt eine Reihe von Behauptungen auf, die hinterfragt werden sollten:

Sie bezeichnet politische Entscheidungsträger als Witzfiguren, die an den Fäden der (Agrar)Industrie zappeln: Ich habe nirgendwo einen Hinweis gefunden, nach dem sich Frau Schütz in unserem parlamentarischen System engagiert hätte, um ihrer Meinung eine politische Mehrheit zu beschaffen. Pauschale Verunglimpfung ist einfach nur billig.

Verständnis für kriminelles Handeln zu zeigen, ist nicht kommentierungswürdig.

Frau Schütz ist der Meinung, dass die Hähnchenmast mit Milliarden von Steuergeldern subventioniert würde: Wo ist der Nachweis?

Sie bezeichnet es als allgemein bekannt, dass zu viel Fleisch auf dem Markt kursiere und dann das Abschieben ins Ausland subventioniert werde: Die deutschen Produkte müssen sich auf dem Weltmarkt meist durch Qualität behaupten. (Dies gilt auch für unsere oft gelobte Autoindustrie!) Und kein Mensch fragt, wie die Chicken Wings aus Thailand produziert wurden. Wenn dann tatsächlich Geflügelteilstücke auf dem afrikanischen Markt verramscht werden, ist dies weder im Interesse der deutschen noch der afrikanischen Bauern.

Frau Schütz suggeriert einen Zusammenhang zwischen der Tierhaltung und MRSA-Erkrankungen: Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält es für unwahrscheinlich dass MRSA von Nutz- und Haustieren über Lebensmittel übertragen werden kann. Der bei Tieren nachgewiesene MRSA-Typ hat nur zu wenigen Erkrankungen geführt. Landwirte und Veterinäre arbeiten aber trotzdem daran, Risiken zu minimieren und bei Erhalt der Tiergesundheit eine noch weitere Senkung des Antibiotika-Einsatzes umzusetzen, z.B. durch Impfungen. Richtig gefährliche MRSA-Probleme werden in Krankenkäusern und Pflegeeinrichtungen nachgewiesen. Wer denkt deshalb an deren Abschaffung?

Sie geht davon aus, dass die Ausscheidungen der Tiere Boden und Grundwasser belasten: Kein Landwirt in unserer Region verschwendet wertvollen Dünger, wenn er sonst den Nährstoffentzug teuer bezahlen müsste. Dies gilt nicht für alle Teile Europas. Bei uns sind organische Dünger jedoch wertvolle Bestandteile des innerbetrieblichen Nährstofkreislaufes.

Frau Schütz unterstellt Herrn Riggert eine bodenlose Ignoranz und die Einschränkung auf den eigenen Standpunkt. Liebe Frau Schütz, die Welt ist komplizierter als Sie sie wahrnehmen. Es wäre deshalb auch Ihnen anzuraten, die eigene Einteilung in Gut und Böse mit einer sachgerechten Dialektik zu überprüfen.

Dieter Staack,

Radbruch

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