Probleme mit Personen – nicht Themen

Antwort auf die Leserbriefe „Herr Niemann, Herr Wulf, es reicht!“, AZ vom 14. und 21. Juli:

Zu den Leserbriefen von Christian Buhr, Carl-Adolf Barényi et al. kann man wohl nur, wie das die AZ in ihrer Ausgabe vom 21. Juli getan hat, mit dem sachlichen Hinweis, „Eine Zensur findet nicht statt“, trocken reagieren. Oder man kann darauf mit einem bloßen Achselzucken reagieren. Halbgebildete Politiker sind die gleichen Nervensägen wie halbgebildete hemmungslose Leserbriefschreiber, die sich in den Printmedien und vorzugsweise im Internet austoben.

Zu 95 Prozent arbeiten sie sich an einem Popanz ab. Herr Buhr kritisiert neben meiner Person insbesondere den Dipl. Ing. agr. Eckehard Niemann, der „zu vielen Projekten seine Lösungen parat“ habe und „damit die Bevölkerung des Landkreises Uelzen und vor allem die Leser der AZ beglücke“. In Wahrheit stoßen sich die Herrschaften Barényi, Buhr et al. allerdings nicht an der Häufig- und thematischen Vielfältigkeit anstößiger“redaktioneller Artikel oder von Leserbriefen, die unter den Namen dieser beiden Verfasser – Niemann und Wulf – in der AZ als Diskussionsanstöße auftauchen.

Tatsächlich passt ihnen die politische Richtung nicht in ihr reaktionäres Menschenbild und Gesellschaftskonzept. Wären sie konsequent, müssten sie sich z.B. gleichfalls an den, mit kritisch spitzer Feder verfassten, manchmal ätzenden Kommentaren der AZ-Kommentatoren, Werner Kolbe und Joachim Zießler, reiben, wobei die sogar fast tagtäglich ihren, von der Absicht meinungsbildenden Niederschlag auf Seite 2 der „Politik“-Seiten der AZ finden. Das tun die Herren Buhr & Co. aber nicht.

Ein gepflegter Dialog mit Andersdenkenden setzt zumindest ein gewisses Maß an kulturvollem Umgang miteinander und an gepflegtem Wissen voraus. Darauf verzichten heutzutage allzu viele allzu leichtfertig, getreu dem Motto: „Ich weiß zwar nicht genau, worum es hier geht, aber dafür ahne ich umso mehr, dass ich im Recht bin“. Der berühmte Philosoph Ernst Bloch hatte dafür das schöne Wort „Aufkläricht“ parat. F

ast schlimmer noch als die Halbbildung ist die Lautstärke von Schreihälsen, in der ihre Ergüsse hemmungslos – insbesondere im Internet – verbreitet werden, und dazu auch noch anonym. Als Feigheit vor dem Feind, kann man das gut und gerne charakterisieren.

Wenn die Herren Barényi und Buhr, zusammen mit ihren, die freie Meinungsäußerung nach Artikel 5 GG einschränkenden Empfehlungen, wenigstens auch noch ein paar Schalldämpfer verteilt hätten, wäre das ein Gewinn für uns alle. Aber so halbgebildet, zusammenhanglos, selbstgerecht, fakten- und erkenntnisblind, ist das einfach nur geistiger „Dünnschiss“.

Borvin Wulf,

Suderburg

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