Anliegen im Sinne der Stadt

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Laut AZ-Leserin Bettina Runge befindet sich die Stadt Bad Bevensen in einem Teufelskreis.

Zum Artikel „Eine Sitzung entgleist“ (AZ vom 4. Mai) schreibt die Leserin Bettina Runge aus Bad Bevensen:

Sinnvoll wäre es vor Beginn einer öffentlichen Sitzung unumgängliche Sitzungsregularien sowie Anliegen des „Ausschusses für Kultur und Tourismus“ zu erklären, um Fragen von Anwesenden zu begrenzen. Da dies fehlte, gestalteten sich die „Einwohnerfragestunden“ vor und nach den Tagesordnungspunkten schwierig. Durch dieses fehlende Wissen fühlte sich eine Anwesende zu Beginn der Sitzung nicht ernst genommen. Die Sitzung selbst verlief ungestört.

Von „Entgleisen der Sitzung“ kann daher keine Rede sein. Der neue Leiter des Ausschusses war bei der Durchführung der Sitzung seinerseits noch auf Hilfestellung durch den Vertreter der Stadtverwaltung angewiesen. Auf eine kontroverse Diskussion bei der Bürgersprechstunde war er zudem nicht vorbereitet – vielleicht, weil dies lange nicht vorkam?

Der Rückgang der Besucherzahlen in der Therme wurde zu Beginn der Sitzung von dem neuen Geschäftsführer der Kurgesellschaft sehr verständlich formuliert. Der Hinweis, dass alle Gremien sich zusammensetzen und neue Idee entwickeln müssten, um die Situation der Stadt wieder zum Positiven zu verändern, war damit vollkommen nachvollziehbar.

Bevensen befindet sich in einer Art „Teufelskreis“: weniger Übernachtungen, daher schließen Hotels, deshalb weniger Umsatz der Gewerbetreibenden, in Folge dessen Geschäftsaufgaben und Leerstände, deshalb eine weniger attraktive Innenstadt und weniger Touristen. Nicht schön, aber eben logisch.

Bei der Einwohnerfragestunde wurden nicht persönliche Anliegen der Einwohner zur Debatte gestellt, sondern deren Anliegen im Sinne der Stadtentwicklung. Wenn deutliche Fragen nach sich ziehen, dass trotz inhaltlicher Richtigkeit der Argumente „man dem Verantwortlichen nicht verübeln kann, wenn er nur wenig Motivation verspürt, sich der Anliegen ernsthaft anzunehmen“, so ist es eine fragwürdige Haltung. Nicht der, der Dinge beim Namen nennt, ist das Problem, sondern das Problem muss angegriffen werden.

(Anm. d. Red.: Die Leserbrief-Schreiberin ist eine der an der Diskussion Beteiligten gewesen.)

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