Andere Städte haben gehandelt

Zum AZ-Artikel „Im Visier des Staatsschutzes“:

Die Aktion richtete sich doch offensichtlich gegen das „Happy Seebohm Fest“ der in der Seebohmstraße ansässigen Firmen.

Das Festhalten verschiedener Stellen an den Namen Farina und Seebohm in Uelzen ist schon kritikwürdig genug; dem „Seebohmfest“ auch noch den Zusatz „happy“ zu geben, verhöhnt erneut die Opfer dieser Herren und fordert Gegenreaktionen geradezu heraus.

Für diese Form des zivilen Ungehorsams, wie Herr Niemann es offensichtlich versteht, wird er die strafrechtlichen Folgen und die Kosten tragen.

Warum hier allerdings der Staatsschutz tätig werden soll, ist mir unerklärlich und keineswegs angemessen.

„Schwerpunktthema des politischen Staatsschutzes ist zurzeit neben den aktuellen Ereignissen im Zusammenhang mit den Anschlägen v. 11. Sept. 2001 in New York der Rechtsextremismus“ (Zitat Internetseite Polizei NS).

Herrn Niemann in diesen Zusammenhang zu stellen, ist mindestens beleidigend.

Wenn die Graffiti - Aktion als „politisch motivierte Straftat“ angesehen wird, könnte man ebenso das Beibehalten der Straßennamen als solche bezeichnen. Das sollte dann aber auch verfolgt werden.

Auch wenn man über die Art des Protests unterschiedlicher Meinung sein kann, so ist es doch zu begrüßen, dass das Thema Farina und Seebohm weiter aktuell bleibt.

Andere Städte haben sich in vergleichbaren Situationen anders verhalten und nach Bekanntwerden von historischen Zusammenhängen „Nazi“ - Straßennamen entfernt..

In Sachen Farina sollten sich einige Uelzener SPD - „Größen“ Gedanken machen, um nicht nachträglich ihre in der NS - Zeit verfolgten und in KZ gebrachten Genossen zu verraten.

Auch durch die Umsetzung der von verschiedenen Kommentatoren angesprochenen Idee der „Stolpersteine“ in Uelzen könnte man hier ein Zeichen setzen, um die Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus wachzuhalten.

Lebende Zeitzeugen wird es bald nicht mehr geben.

Arnold Kröger,

Barnsen

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