AZ-Leserbrief

„Andere Sprache finden“

Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus. „Wenn die Kirchen den fortschreitend leeren Gotteshäusern Einhalt gebieten wollen, müssen sie darin eine andere Sprache finden, die in die moderne, aufgeklärte Welt passt!“, meint AZ-Leser Cordt Cordes.
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Immer mehr Menschen treten aus der Kirche aus. „Wenn die Kirchen den fortschreitend leeren Gotteshäusern Einhalt gebieten wollen, müssen sie darin eine andere Sprache finden, die in die moderne, aufgeklärte Welt passt!“, meint AZ-Leser Cordt Cordes.

Zum AZ-Artikel „Christliches Milieu schwindet“ vom 27. Juni erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung:.

Im Kommentar „Es fehlt an Mut“ heißt es: „Mit ihren Botschaften dringen die Kirchen nicht mehr zu den Menschen durch.“ Ich wüsste gerne, ob die hiesigen Gemeinden und der Ev.-luth. Kirchenkreis Uelzen dieses große Thema auf ihrer Agenda haben.

Mir ist bewusst, dass sie zum einen mit sich selbst und in der Gemeindearbeit mit wohl ausschließlich treuen Gemeindemitgliedern stark eingebunden sind und daher kaum Zeit finden, sich mit immer lauter werdender Kirchenkritik auseinanderzusetzen.

Der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm wird in einem Bericht unter anderem wie folgt zitiert: „Für die Kirche bestehe die Herausforderung darin, deutlich zu machen, warum unter vielen Optionen gerade der christliche Glaube die richtige Basis für das eigene Leben sei.“ Eine Mammutaufgabe! Frau Dr. Julia Koll sagt im Interview mit der AZ (23. Juni) unter anderem: „Mein Eindruck ist, dass viele Menschen heute religiös auf der Suche sind. Kirche kommt für sie aber eher nicht in den Blick – zu starr, zu streng, zu abständig, manchmal vielleicht auch zu platt.“ Für mich schon ein deutlicher Hinweis auf einen notwendigen Richtungswechsel.

Wenige Menschen trauen sich aus Ehrfurcht vor der „Institution“ Kirche, überhaupt diese großen Fragen anzusprechen, auch mir fällt es nicht ganz leicht, aus dem Gefühl heraus, es könnte als Anmaßung oder gar Einmischung empfunden werden. Und dennoch möchte ich eines ganz besonders betonen: Wenn die Kirchen den fortschreitend leeren Gotteshäusern Einhalt gebieten wollen, müssen sie darin eine andere Sprache finden, die in die moderne, aufgeklärte Welt passt!

Cordt Cordes, Uelzen

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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