„Alles wird heruntergespielt“

Zu unserer Berichterstattung über verunreinigtes OP-Besteck und die Kontrollen des Gewerbeaufsichtsamtes im Helios-Klinikum Uelzen (AZ vom 2. Dezember) schreibt Dr. med. Jens Ruff aus Uelzen.

Nicht nur, dass über die Jahre immer mehr Druck durch Arbeitsverdichtung und –belastung, den Zwang zur Leistungszahlensteigerung, durch Einsparungen und Outsourcing und letztlich auch durch Angst aufgebaut wurde – nein – da wird das, was man den Menschen unter den Decknamen „Qualität“ und „Effizienz“ verkauft, auch noch so schlampig betrieben, dass es zum Himmel schreit!

Seit nun mehr als drei Wochen ist nun auch offiziell bekannt, dass es im Helios-Klinikum Uelzen Probleme mit dem Operations--Instrumentarium gibt. Das betrifft sowohl die Menge und Anzahl, wie auch die Qualität der Aufbereitung. Das ist schon schlimm genug.

Mehrere Wochen nach Bekanntwerden dieser vom Personal unverschuldeten Organisations-Misere, die dem wahnhaften Gewinnstreben zugeschrieben werden kann, führt nun das Gewerbeaufsichtsamt eine unangemeldete Kontrolle durch! Und was kommt dabei raus? Mit einer Stichprobe (!) wird die der Öffentlichkeit präsentierte „Alles ist gut – wir regeln das“ - Hochglanzstatistik ad absurdum geführt und aufgezeigt, dass das „Problem“ ganz offensichtlich überdeutlich fortbesteht. Das ist doch noch unglaublicher, als all das, was bisher dort geschehen ist. Wieviel Selbstherrlichkeit und Arroganz gehören eigentlich dazu, um sich so darzustellen?

Doch wie gehen die Herrschaften mit diesem Problem um? Da werden vor der Fassade blumige Worte gesprochen und alles wird heruntergespielt. Hinter den Kulissen aber wird vermutlich von völlig verblendeten Jüngern des Konzerns die „Heliotische Feuerkeule“ geschwungen, um die eigenen Leute mit dem Druckmittel „Angst um den Arbeitsplatz“ bei der Stange zu halten, zum Schweigen zu bringen und sie letztlich für diese Politik auch noch in die Verantwortung zu nehmen.

Liebe Angestellten des Helios-Klinikums Uelzen, Sie dürfen sich einer Tatsache sicher sein: Man kann Sie gar nicht kündigen – denn Sklaven werden verkauft! Von Rhön an Helios – vom Regen in die Traufe.

Machen Sie sich bitte nur ein einziges Mal deutlich, was hier passiert und trennen Sie sich bitte von dem Ihnen eingepflanzten Gedanken, dass der bisherige der einzige Weg ist, den man gehen kann.

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