Alles gut in den Ställen?

Zur Kolumne „Stadtmaus und Landmaus“ von Verleger Dirk Ippen, AZ vom 3. 8. 13:.

Nach der Argumentation von Dr. Ippen ist in unseren Ställen alles in Ordnung. Kritik an der segensreichen Industrialisierung unserer Landwirtschaft kann als Gequatsche von Städtern abgetan werden. So argumentieren kann nur jemand, der an den Folgen der hochgelobten Industrialisierung der Tierhaltung haarscharf vorbeischaut.

Die Beiträge der industrialisierten Landwirtschaft bei der Produktion von klimaschädlichen Treibhausgasen, die Folgen der Einfuhr von Futtermitteln aus den sogenannten Entwicklungsländern, Probleme mit dem Grundwasser durch hohes Gülleaufkommen, immer wieder aufkommende Lebensmittelskandale, erschreckende Berichte über qualvolle Tierhaltung, Überproduktion von Schweine- und Geflügelfleisch, Lohndumping in Großschlachthöfen, sinkende Akzeptanz der Verbraucher gegenüber der industrialisierten Tierhaltung – alles kein Thema! Und dass diese Auswüchse mit bäuerlicher Landwirtschaft rein gar nichts zu tun haben, wird erst recht nicht thematisiert.

Und Schuld haben die Grünen – insbesondere der grüne Landwirtschaftsminister in Hannover. Dabei übersieht Herr Ippen aber, dass die Ablehnung der Industrialisierung der Landwirtschaft immer mehr Zuspruch bekommt. Und er übersieht, dass gerade die politischen Entscheidungen des grünen Landwirtschaftsministers auf positive Resonanz stoßen.So konnte in einem breiten überparteilichen Konsens erreicht werden, dass die Gemeinden in Zukunft Einfluss auf die Genehmigung der Errichtung neuer Ställe nehmen können.

Es ist Bewegung in die Frage gekommen, wie wir unserer Verantwortung gegenüber Natur und Umwelt und der Weiterentwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft nachkommen können. Und dies geschieht nicht gegen die Landwirte, sondern mit ihnen.

Heiner Scholing,

Bienenbüttel

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