„Im Alleingang für einen ökologischen Wandel“

Habe ich da etwa einen Funken Ironie in der Überschrift entdeckt, oder entspricht diese Überschrift ernsthaft der Selbsteinschätzung des betreffenden Ratsmitgliedes?

Besagter Rücktritt und in China umkippende Reissäcke haben für den Bürger eines gemeinsam: Sie bleiben folgenlos. Soviel zur politischen Einordnung dieses Vorgangs. Hochschnellen dürfte der Puls allenfalls bei den Verantwortlichen in der SPD, die Thomas Weigelt in den letzten fünf Jahren zur Lichtgestalt der Bienenbütteler Sozialdemokraten „aufgepumpt“ haben, als die er nun noch einmal „den ganz großen Abgang“ inszenieren wollte. Man sollte nicht vergessen, dass Thomas Weigelt ohne jegliche kommunalpolitische Erfahrung über die Mitgliedschaft im Rat hinaus zeitweise drei weitere Funktionen (stellvertretender Ortsvereinsvorsitzender, Fraktionsvorsitzender, Vorsitzender des Finanzausschusses) gleichzeitig ausübte, und das häufig, ohne auch nur eine einzige Sitzungsvorlage zu Ende gelesen zu haben. Da erscheinen einem die erfolglosen Kandidaturen für den Vorstand der Ev.- luth. St. Michaelis- Kirchengemeinde, den Personalrat der Außenstelle des NLSA in Lüneburg, den Unterbezirksvorstand der SPD Uelzen (um nur die wichtigsten zu nennen), gleichsam als der Kelch, der gerade noch einmal an einem vorübergegangen ist. Da Herrn Weigelt natürlich bekannt war, dass er sich kurze Zeit, nachdem er seine Ämter übernommen hatte, für 18 Monate zur beruflichen Fortbildung (Verwendungsaufstieg) nach Bad Münder verabschieden würde, erscheint der Hinweis auf die fehlende „teamorientierte Aufgabenerledigung“ als Begründung für seinen Austritt doch reichlich skurril. Wie, bitteschön, definiert denn jemand „Teamarbeit“, der Fraktion und Vorstand der Bienenbütteler SPD über seine geplante Kandidatur für den Posten des Landrates (!) erst informiert, nachdem er dies der Presse übermittelt hatte? Angesichts der vielen verpassten Chancen, den Wählern zu erklären, warum er in seinem Wahlprogramm 2006 (übrigens gemeinsam mit der CDU) den beitragsfreien Kindergarten (als ein treffendes Beispiel für die innere Konsistenz seiner politischen Vorstellungen) versprach, um dann kurze Zeit später eben diese Elternbeiträge (gegen meine Stimme) noch einmal drastisch zu erhöhen, qualifiziert ihn die Ankündigung, nunmehr „Zeichen für einen ökonomisch und ökologischen Wandel in Bienenbüttel setzen“ zu wollen, allenfalls für den Titel des „Meisters der gedroschenen Phrase“. Ich finde in meinen Unterlagen jedenfalls außer Hunderten aus dem Internet heruntergeladener Seiten, die mein Email- Postfach mehr als einmal blockierten, nichts Substantielles von ihm zu diesem Thema. Die einzig spannende Frage richtet sich nunmehr also darauf, wer in der Bienenbütteler SPD ihn als „Marionette“ (so sehen das nicht wenige Mitglieder) für welche möglicherweise ganz persönlichen Zwecke missbraucht hat. Da gibt es im Vorstand offensichtlich einiges an Klärungsbedarf und die letzten verbliebenen Sozialdemokraten wären gut beraten, wenn sie sich dieses Mal nicht wieder mit einem hastig zusammengeschusterten neuen Feindbild abspeisen lassen würden, nachdem ich selbst dafür nicht mehr zur Verfügung stehe. Oder soll dieser Scherbenhaufen etwa den Rahmen für die Feierlichkeiten zum 150- jährigen Jubiläum der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands abgeben?

Helmuth Schlagowski,

Bienenbüttel

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