AZ-Leserbrief

Alle Anwohner sind gefragt

Zum Leserbrief „Diesen Projektbeirat braucht kein Mensch“ (AZ vom 17. Juli) von Michael Hansen, Vorsitzender der Bürgerinitiative „Anwohner gegen Ausbau DE21“ aus Deutsch Evern, schreibt Rolf Kersjes aus Wriedel:

Vernachlässigen wir mal den schon sehr polemischen Beigeschmack in dem Leserbrief von Herrn Hansen und konzentrieren uns auf Versachlichung. Richtig ist unzweifelhaft, dass die Bauphase mit teilweise erheblichen Belastungen verbunden sein wird.

Aber das trifft auch auf alle anderen Teilstrecken im Rahmen von Alpha E zu. Gleiches würde natürlich auch für alle theoretischen Alternativstrecken gelten. Die durch Anwohner formulierten Befürchtungen im Rahmen des Raumordnungsverfahrens zur Y-Trasse und der Alternativstrecke entlang der A7 sind fast wortgleich zu den jetzt vorgetragenen. Nur mit anderen Ortsnamen.

Aufgabe des Projektbeirates ist es unter anderem, dafür Sorge zu tragen, dass die im Dialogforum Schiene Nord erarbeiteten Bedingungen der Region eingehalten werden und damit entstehende Belastungen zu minimieren. Ich kann zwar nicht für den Beirat sprechen. Aber ich bin mir sicher, dass er sich auch für die Einhaltung der Bedingungen in Deutsch Evern einsetzen wird, sofern diese nicht im Rahmen der runden Tische durch die Anwohner selbst verändert werden.

Im Übrigen können die Bedingungen nur erfolgreich durchgesetzt werden, wenn sich möglichst alle Anwohner der betroffenen Strecken auch dafür einsetzen.

Auch Jürgen Schröder aus Natendorf, Mitglied des Aktionsbündnisses für die Ostheide (AFDO), hat eine Meinung zu dem Leserbrief:

Im Gegensatz zu Herrn Hansen setzen wir uns als Bürgerinitiative AFDO dafür ein, dass die Bedingungen der Region, die das Dialogforum Celle für die Umsetzung des Alpha-E formuliert hat, realisiert werden.

Wir wissen, dass der Landtag des Landes Niedersachsen und viele Bundestagsabgeordnete aus der Region hinter diesen Bedingungen stehen und ebenfalls ihre Umsetzung einfordern.

Wir sind der festen Überzeugung, dass es durch die Bedingungen zu Verbesserungen im Lärmschutz an den Strecken des Alpha-E kommen wird. Das erfordert aber den Einsatz aller an der Strecke lebenden Menschen, um die Bedingungen am Ende auch realisieren zu können.

Um so bedauerlicher ist es, wenn Herr Hansen mit seiner BI sich so beharrlich einer Zusammenarbeit verweigert. Wir wissen aus dem Projektbeirat, dass die von Herrn Hansen ausgesprochene Einladung aus Urlaubsgründen abgesagt wurde, was in der Ferienzeit absolut nichts Ungewöhnliches ist.

Leider wird das in dem Leserbrief nicht erwähnt, ebenso wenig wie die Gegeneinladung des Beirats zu einem gemeinsamen Gespräch. Dem Vernehmen nach soll Herr Hansen das aus grundsätzlichen Erwägungen abgelehnt haben.

Wenn er eigentlich gar nicht mit dem Projektbeirat sprechen will, was hat er dann mit der Einladung nach Deutsch Evern bezweckt?

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