Nur Alibi für Bauskandal

Leserbrief zu „Anlieger sehen sich als Alibis“, AZ vom 29. November:.

Die Darstellung der Stadt Uelzen in der AZ, dass die Anlieger diese Bebauung gewünscht hätten, entspricht nicht den Tatsachen: Es ist zwar richtig, dass die Mehrheit der 26 Anlieger eine hintere Bebauung gewünscht haben. Aber nur ein Anlieger mit den beiden vorderen Mehrfamilienhäusern und dem einzigen großen Grundstück wünschte hinten die Bauweise mit zwei Vollgeschossen. Die anderen Anlieger lehnten die beiden Vollgeschosse ab.

Zunächst plante man eine Längststraße hinten durch die Grundstücke. Wir sollten an fremde Leute Teile von unseren Grundstücken abgeben. Ich erhielt 1978 – zwei Tage vor Weihnachten – von der Stadt Uelzen ein Schreiben, dass ich von meinen 1042 Quadratmeter Grundstück 678 Quadratmeter an die Stadt Uelzen zum ortüblichen Preis zu veräußern habe. Bei den Bürgerversammlungen lehnten wir die zweigeschossige Bauweise ab. Der Bauplaner Herr Stöckicht versprach die Wünsche zu berücksichtigen. Leider trug er unsere Bedenken dem Stadtrat nicht vor und der B-Plan wurde genehmigt. Unser Fehler war, dass wir keine schriftlichen Einwände erhoben hatten.

Nun wurde 1982 das riesige 14-Familienhaus direkt an meiner Grenze gebaut. Rechts neben diesem Haus hatten als einzige von den 26 Anliegern die jetzt Betroffenen die Möglichkeit zwei Vollgeschosse bei 35 Meter Bautiefe zu bauen.

Nun wollten meine Kinder 2012 ein Haus in Vollgeschoss hinten bauen, Maße: 9 mal 13 Meter. 30 Jahre lang hatte bisher keiner mehr in dem gesamten Innengebiet gebaut. Das war nicht möglich, weil der 3 Meter Grenzabstand für das hintere Haus keine Anwendung mehr findet. Traufenhöhe gleich Grenzabstand. Außerdem durfte es zur Giebelsüdseite keine Fenster haben. Als ich die Herren Scheele-Krugull und den Bürgermeister fragte, dass ich doch laut B-Plan 625 Quadratmeter Wohnfläche errichten darf und ich doch erst knapp 100 Quadratmeter davon bei dem alten Haus in Anspruch genommen habe und wie das mit den zwei Vollgeschossen wäre, kam die niederschmetternde Antwort: „Daraus wird nichts.“

Traufenhöhe (Höhe Außenwand durch das Dach) ist Grenzabstand. Das Haus hätte außen eine Breite von zirca 1 Meter und ohne Kniestock zirka 3 Meter. Baue ich diesen Schlauch direkt an das alte Haus, muss ich sogar noch Fenster in einem Radius von 5 Metern zumauern. Baue ich getrennt, ist das Haus nur 2 mal 1 Meter. Da kann man doch davon sprechen, dass wir nur Alibi für diesen Bauskandal waren.

Helmut Sorge,

Uelzen

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