Ängste vor Islamisierung gibt es

Jürgen Block aus Tätendorf-Eppensen schreibt zur Berichterstattung über den Zuzug von Flüchtlingen und einer möglichen illegalen Einwanderung:

Frau Margot Käßmann (Ex-Bischöfin, jetzt Reformationsbotschafterin der Evangelischen Kirche in Deutschland) hält gemäß einem in der Presse kürzlich veröffentlichen Artikel die Belastbarkeit durch den Flüchtlingszuzug nach Europa nicht für erreicht. Die diffuse Angst vor der Islamisierung sei Unsinn. Dass viele Menschen diese Ängste haben, sich aber wegen des fast kritiklosen Verhaltens der meisten Politiker hierzu und der ihre Ansichten meist vertretenden Medien kaum noch trauen, ihre Meinung zu äußern, ist unbestreitbar.

Es befremdet mich, dass mit Frau Käßmann eine der maßgeblichen, in den Medien ständig präsenten Personen der evangelischen Kirche, statt, wie eigentlich von einem Christenmenschen zu erwarten, auf die Probleme ihrer Mitglieder einzugehen, sie stattdessen als Angsthasen abkanzelt.

Zu allem Überfluss verbreitet sie wider besseres Wissen unzutreffende Behauptungen, denn mitnichten sind zwei Drittel der Deutschen Mitglieder einer Kirche. Nach eigenen offiziellen, jedermann zugänglichen Angaben der Kirchen ging der Anteil der katholischen und evangelischen Mitglieder an der Gesamtbevölkerung von 2001 bis 2014 deutlich um 7,2 Prozent zurück, und zwar von 64,6 Prozent auf 57,4 Prozent. Von 1990 bis 2013 sind etwa 2 1/2 Millionen Mitglieder aus diesen Kirchen ausgetreten, wobei das durchaus nicht primär an steuerlichen Überlegungen liegt, wie das, insbesondere von den Kirchen selbst, gern unterstellt wird.

Die ohne Zweifel zu erwartende Fortsetzung dieser bedauerlichen Tendenzen wird, zumindest zu einem wesentlichen Teil, durch Vorgänge wie beschrieben oder ähnlicher Art mit verursacht.

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