Absurde Unterstellungen

Innenminister Thomas de Maizière begrüßte G20-Polizisten mit Angehörigen zu einem Dankeskonzert in der Elbphilharmonie.

Die Ausschreitungen beim G20-Gipfel und die Leserbriefe dazu beschäftigen weiter die AZ-Leser. So auch Ilonka Gzyl aus Wrestedt:.

Es reicht! Ich neige nicht zum Schreiben von Leserbriefen, aber was Frau Schmäcke zum Besten gibt, kann so ganz einfach nicht hingenommen werden. Zunächst entschuldige ich mich in aller Form bei allen Polizisten, denen unterstellt wird, dass sie sich, in welcher Form auch immer, dazu anstacheln ließen, verspätet oder unverhältnismäßig reagiert zu haben. Sollte ich beleidigt, bespuckt, geschlagen oder sogar mein Leben bedroht werden, würde ich versuchen, mich zu verteidigen und würde – man mag es nicht glauben– die Polizei, welcher dieses Recht zur Selbstverteidigung von der Dame abgesprochen wird – zu meinem Schutz anrufen. Politik ist nicht immer ein sauberes Geschäft, aber den von uns gewählten Volksvertretern zu unterstellen, dass sie die Situation aus wahltaktischen Gründen herbeiführen, ist jenseits jeder Realität (...)

Daniel Westerfeld aus Bad Bodenteich schreibt:

In seinem Leserbrief zum G20-Gipfel in Hamburg schreibt Borvin Wulf vom „demokratischen Widerstand”. Die Schuld trage die Polizei, die „provokativ alles nur erdenklich Mögliche (…) organisiert” habe und so die Situation eskalieren ließ. Diese Vorstellungen sind fernab der Realität. Natürlich dürfen Bürger in Deutschland friedlich demonstrieren, dies war aber gewiss nicht das Ziel vieler „Aktivisten” (Kriminelle wäre wohl passender). Wer seine Demonstration „Welcome to Hell” nennt, zeigt eine klare Intention zum gewaltsamen Protest. Mit demokratischem Widerstand hat dies nichts zu tun, ebenso wenig wie das Anzünden von Autos oder das Plündern von Geschäften. (...)

Bei der Beurteilung der polizeilichen Arbeit spielt bei vielen offenbar das Weltbild die entscheidende Rolle. Dass es vor allem die Polizisten sind, die sich von Autonomen beleidigen, bespucken, beschießen und schlagen lassen müssen, wird gerne vergessen. Wir können froh und dankbar sein, dass es dennoch noch Menschen gibt, die Demokratie und öffentliche Ordnung verteidigen. Nach einem über zweitägigen Dauereinsatz mit knapp 500 verletzten Polizisten diesen vorzuwerfen, die Gewalt bewusst provoziert zu haben, ist schäbig und schädlich.

Rita und Joachim Meyer aus Uelzen meinen:

Unbestritten, die Krawalle anlässlich des G20 Gipfels lassen sich nicht rechtfertigen. Dem berechtigten Anliegen der zigtausend Demonstranten haben sie schwer geschadet. Nun wird eine differenzierte Analyse gebraucht, ohne Hysterie und selektive Betrachtung. Es darf auch die Polizei mit ihrer Einsatzführung und Taktik nicht ausgeschlossen werden. Nun aber ausschließlich „Linke“ für die Krawalle verantwortlich zu machen und sie sogar mit Rechtsradikalen und muslimischen Terroristen gleichzusetzen, ist nicht nur völlig absurd, sondern auch ein durchsichtiges politisches Manöver. Aber auch die Rolle der Medien sollte geprüft werden.

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