Abstruse Fahrrad-Politik

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Radfahrer gehören auf die Straße – diese Regelung führt zu Diskussionen. Wie sicher ist man als Radler? Archivfoto: Huchthausen

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Bravo, Herr Sternitzke! Treffender hätte man es nicht formulieren können. Um es gleich mal vorwegzunehmen: Ich bin sowohl Auto- als auch Radfahrer. Als wenn wir in unserer Welt zurzeit nicht schon genug Probleme hätten. Nein, wir versuchen immer wieder, uns das (eigentlich schöne) Leben komplizierter und damit unbequemer (und gefährlicher ?) zu gestalten.

In der gleichen Woche vernehme ich auch gleich zwei Berichte der AZ, in der von einer – Zitat – „…blöden Situation“ die Rede ist. Frau Lühmann ist auch der Ansicht, der Radfahrer gehört auf die Straße. In derselben Ausgabe auf Seite 5 ist sogar die Rede von – Zitat – „Unfall vorprogrammiert“ (Bericht über die Radfahrersituation in Bienenbüttel). Ich möchte hier an dieser Stelle keineswegs in Abrede stellen (so wird hier auf eine Studie der Bundesanstalt für Straßenwesen verwiesen), dass ein radfahrender Verkehrsteilnehmer auf der Straße von einem Kraftfahrer besser gesehen wird.

Nur geht es ja in diesem Falle nicht nur ausschließlich darum, ob jener gut zu sehen ist, vielmehr hat man hier auch schon mal den Radfahrer gefragt? Hat man sich schon einmal die Frage gestellt, wie sich jemand auf seinen zwei Rädern fühlt, der sich auf einer viel befahrenen Straße durch den Verkehr zwängt? Das ist doch völlig abstrus.

Und wenn es sich bei dem Radfahrer noch um eine etwas ältere Person handelt, die verständlicherweise nicht mehr ganz so in der Lage ist, das Rad (wie es auch so schön von Herrn Sternitzke formuliert wurde) mit „gewissen Seitenbewegungen“ fortzubewegen, dann nimmt das alles schon gewisse groteske Züge an.

An der Bahnhofstraße/Hauptstraße in Suderburg hat sich das Verkehrsaufkommen in den letzten Jahren immens multipliziert. Es gibt (und gab) zeitweise Situationen – eben auch durch Lage und Beschaffenheit der Bahnhofstraße – in der ich heilfroh bin, nicht auf der Straße gefahren zu sein.

Sei es durch hohes Verkehrsaufkommen an sich, durch schnelle Fahrzeuge, landwirtschaftliche Fahrzeuge (die immer größer zu werden scheinen) mit entsprechenden Pflügen oder Anhänger oder gar durch mächtigen Schwerlastverkehr – ob nun mit oder ohne Beladung – (Umgehung der B 4!? )

Was sind das alles nur für Schildbürgerstreiche – auf der einen Seiten werden jahraus-, jahrein überall „tolle Radfahrerwege“ gebaut (wobei man sich schon das eine oder andere Mal fragt, muss der eigentlich sein ? ) auf der anderen Seite wird der Bürger mit seinem Rad auf eine vielbefahrende Straße befohlen. Und das, obgleich die Voraussetzungen für ein stressfreies Fahren zum größten Teil gegeben sind. Man müsste sich halt nur ein wenig umsichtiger verhalten. Sei es nun als Fußgänger oder Radfahrer. Und ich behaupte mal: das geht!

Zur Kolumne „Von Woche zu Woche“, in der sich AZ-Redakteur Gerhard Sternitzke mit der Diskussion über das Nutzen von Radwegen befasste, schreibt Peter Hansen aus Suderburg:

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