A 39 und Y-Trasse wie Apfel und Birne

Die Argumente für oder gegen eine Y-Trasse und für oder gegen eine A 39 sollten nicht in einen Topf geworfen werden, appelliert Joachim Delekat.
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Die Argumente für oder gegen eine Y-Trasse und für oder gegen eine A 39 sollten nicht in einen Topf geworfen werden, appelliert Joachim Delekat.

Joachim Delekat aus Uelzen nimmt Stellung zum Leserbrief von Eckehard Niemann „Argumente passen auch auf die A 39“ (AZ, 29. Januar 2015).

Die Themen A 39 und Y-Trasse zu vermengen, ist wie das Verwechseln von Äpfeln und Birnen. Zu behaupten, wenn man gegen die Neubautrasse der Bahn ist und nicht gleichzeitig gegen den Bau des Lückenschlusses der A 39, könnte man sich unglaubwürdig machen, ist vollkommen unbegründet.

Denn beim Bahn-Neubau besteht die Gefahr, dass Uelzen vom DB-Fernverkehrsnetz abgeschnitten werden könnte, was ein Standortnachteil bedeuten würde. Beim Nichtbau der A39 besteht die Gefahr, dass sich unsere Region wirtschaftlich nicht weiterentwickeln könnte, da eine gute Infrastruktur von Bahn, Wasserweg, Breitband und insbesondere Straße ein wichtiger Standortfaktor ist.

Um auf die Obstfrage zurückzukommen, kann man sich folgerichtig durchaus am Korb Äpfel bedienen, aber gleichzeitig die Birnen stehen lassen. Zudem ist die alleinige Betrachtung auf Containertransporte zu kurz gedacht. Es geht doch auch um die Frage, ob sich hier Firmen ansiedeln, ob bauwillige Pendler hier die guten Baupreise nutzen, um schnell nach Lüneburg, Hamburg und Wolfsburg zu kommen. Auch Touristen fahren dorthin, wo sie ein gutes Verkehrsnetz vorfinden.

Nach erheblichen Personalreduzierungen von Firmen und Behörden unserer Region ohne Kompensierungsmaßnahmen und nach der negativen Gewerbesteuerentwicklung muss es doch unser Ziel sein, wirtschaftlich durch zukunftsfähige Infrastrukturmaßnahmen unsere Region zumindest nicht aussterben zu lassen. Entscheidend ist, dass die Mehrheit der Mandatsträger auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene in unserem Landkreis für den Lückenschluss A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg ist. Auch der demokratisch gewählte Landrat und der Bürgermeister Uelzens sprechen sich zu Recht in öffentlichen Reden immer und immer wieder für dieses Zukunftsprojekt aus.

Fakt ist: Die Gegner sind in der Minderheit. Und in einer Demokratie gilt das Mehrheitsprinzip! Entscheiden werden letztendlich die Regierungen in Hannover und Berlin und die unabhängigen Verwaltungsgerichte. Und entscheiden werden eben nicht berentete Eisenbahn-Gutachter oder Gegen-A39-Leserbriefschreiber.

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