A 39 – Fluch oder Segen?

Zu den Planungen der Autobahn 39 (AZ-Berichte) und den Leserbriefen dazu schreibt Eckhard Burmester aus Eddelstorf:

Die Entscheidungsträger, die den Ausbau nach langjährigen Erörterungen beschlossen haben, hatten sicher stichhaltige Gründe dafür. Bei unmittelbar Betroffenen kann ich die ablehnende Haltung verstehen, aber einige Diskussionsteilnehmer leiden auch an Profilierungssucht oder unter dem „David-Goliath-Syndrom“.

Auch die selbst ernannten „Pseudo-Experten“ helfen nicht wirklich weiter. In dem Wissen, dass jeder jedes Gutachten bekommen kann, das er bekommen möchte, verlasse ich mich auf diese vielen widersprüchlichen Aussagen, die zu diesem Thema gemacht worden sind, überhaupt nicht. Sie dienen ausschließlich den jeweiligen Interessenvertretern.

Die durch den Ausbau einer Autobahn in Mitleidenschaft geratene Flora und Fauna bereitet auch mir Sorgen. Für beides entsteht aber auch neuer Lebensraum. Die Bepflanzung der Randstreifen und Böschungen bietet vielen Tieren Unterschlupf und Nahrung. Neu entstehende „Baggerseen“ bilden Naturreservate und können sogar für Menschen zu Naherholungsgebieten werden.

Bei den viele Urlaubsreisen mit dem Bus durch ganz Europa habe ich bewusst darauf geachtet, wie es rechts und links von den Autobahnen aussieht.

Ich habe keine Flucht vor der Autobahn wahrgenommen, sondern das Gegenteil gesehen. Frisch renovierte Häuser, ganze Neubaugebiete in unmittelbarer Nähe. Bestätigt wird meine Beobachtung jetzt auch in meiner Nachbargemeinde. In unmittelbarer Nähe zu der geplanten A 39 wird ein Neubaugebiet ausgewiesen. Obwohl die Autobahn ein zentrales Thema bei den Kommunalwahlen war, befürworten nun ihre Gegner dieses Siedlungsprojekt und muten den Neubürgern die unmittelbare Nähe zur Autobahn zu. Grundsätzlich ist dieses neue Baugebiet aber zu begrüßen, denn durch den Zuzug von vielen Familien wird die Chance steigen, den Schulstandort langfristig zu sichern.

Zweifelsfrei werde auch ich den Lärm, den die A 39 verursachen wird, wahrnehmen. Aber in dem beklemmenden Bewusstsein, dass ich mit meinem Pkw grundsätzlich andere belästige und mit zur Umweltzerstörung beitrage, egal ob ich die Autobahn oder andere Straßen befahre, muss ich das ertragen. Alles andere wäre reiner Egoismus.

Ich werde sie auch mit Sicherheit benutzen. Können die vehement protestierenden Gegner das ausschließen? Ist sie nun Segen oder Fluch? „Ich weiß, dass ich nichts weiß“, hat Sokrates laut Platon gesagt.

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