Leif Goetzie, Wittingen, zur Diskussion über politische Hilfen für Pretty Shoes

Zweifel, dass Finanzspritze ausreicht

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(Symbolbild)

Leif Goetzie aus Wittingen befasst sich mit der von CDU und Grünen vorgeschlagenen Unterstützung für Pretty Shoes.

Der Stadtrat hat die Belebung der Wittinger Innenstadt wieder verstärkt im Fokus. Anlass war die drohende Schließung des Schuhgeschäftes „Pretty Shoes“. Das ist gut und wichtig, wenn man auch über die Form hier diskutierter Maßnahmen sicher streiten kann. Richtig ist sicher, dass auch die anderen verbliebenen Geschäfte in der Innenstadt – spätestens seit dem Verpflanzen der Supermärkte als natürliche Anzugspunkte für steten Publikumsstrom auf die grüne Wiese und der Bildung von Marktzentren abseits des Stadtkerns – Unterstützung benötigen, um dauerhaft profitabel wirtschaften zu können.

Der parallele Online-Verkauf, wie ihn auch „Pretty Shoes“ einführte, ist sicher eine geeignete strategische Gegenmaßnahme der Geschäftsleute, das eigene Überleben zu sichern, allerdings befördert er natürlich gerade nicht das allgemein übergeordnete Ziel einer Neubelebung der Altstadt. Für Letzteres bräuchte es meines Erachtens ein oder zwei Zugpferde als Publikumsmagneten.

Andere Städte mit ähnlicher Situation wie Wittingen gehen ganz andere Wege. Sieht man sich das Beispiel Bad Münstereifel an, so hat man dort den Altstadtkern mit geschickter innerer Verbindung der kleinen, unrentableren Ladenflächen hinter den historischen Fassaden zu einem Outletcenter radikal umgebaut, aber mit Erfolg. Vielleicht ist das Verbinden der kleinen Ladenflächen, die man auch aus Reihen des HGV als Problem benannte, ein Denkansatz, den es auch in Wittingen zu verfolgen gilt, um die Neuvermietung attraktiver zu machen. Sollte die A39 in den nächsten 10 Jahren gebaut werden, wird sich die infrastrukturelle Ausgangslage für Wittingen sicher auch noch einmal verändern. Allerdings sollte das Problem im Kern deutlich vorher angepackt werden. Ob es dabei zulässig ist, einzelnen Unternehmern politisch zu helfen, maße ich mir nicht an zu beurteilen. Es darf allerdings stark bezweifelt werden, dass die aktuell diskutierten Maßnahmen einer städtischen Finanzspritze ausreichen, „Pretty Shoes“ und diesem Beispiel folgend andere dauerhaft halten zu können.

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