Leser Wolfgang Banse über das Gedenken am Reformationstag

„Zu wenige Gläubige“

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Das Lutherdenkmal auf dem Wittenberger Marktplatz soll an den Reformator erinnern.

Wittingen. Wolfgang Banse macht sich Gedanken zum Reformationstag und appelliert an die Amtskirchen.

Etwas verhaltener wird im Jahr 2018 das Reformationsfest begangen, im Gegensatz zum 500. Reformationsjubiläum 2017. Viel Geld ist in das Reformationsjubiläum geflossen, welches sinnvoller und effektiver von der EKD und den Landeskirchen hätte eingesetzt werden können, so zum Beispiel Beschaffung von Ausbildungs- und Arbeitsplätzen im diakonischen Bereich.

Leserbrief

Der Reformationstag ist einer der wichtigsten Gedenktage im Protestantismus. Reformation kann man übersetzen als Verbesserung, Umgestaltung. Nach einer Studie braucht man keinen bundesweiten gesetzlich verankerten Feiertag. Einer repräsentativen Studie nach wissen die Deutschen nicht, was der 31. Oktober beinhaltet. Zu wenige Gläubige gibt es, die diesen Gedenk- und Feiertag sinnvoll ausüben. Für alles Mögliche werden Feiertage benutzt, nur selten für den Besuch eines Gottesdienstes. Rund 10 Milliarden Euro kostet ein zusätzlicher Feiertag laut Aussage des Instituts der Deutschen Wirtschaft.

Der Kirche – hier die Landeskirchen, die in der EKD verankert sind – weht der Wind ins Gesicht. Die hohen Kirchenaustrittszahlen belegen dies. Die protestantische Kirche, hier die Amtskirchen, sind nicht mehr das, was sie einst waren. Zunehmend verlieren sie Ansehen.

Die Freiwilligkeitskirchen haben Zulauf. Menschen fühlen sich dort besser aufgehoben und beheimatet als in der Amtskirche. Ein Ruck muss durch die Amtskirchen gehen, was die Identifikation mit ihnen Amtskirchen betrifft. Glieder möchten nicht wie vom Staat verwaltet werden. Gesicht zeigen ist angesagt nach dem Reformationsjubiläum 2017.

Leserbriefe geben stets die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder, mit der sich die Redaktion nicht immer identifiziert. Anonyme Briefe werden grundsätzlich nicht veröffentlicht.

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