IK-Leserbrief

„Völlig neben der Sache“

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(Symbolbild)

Der Wittinger Zahnarzt Dr. Rolf Mahlke reagiert auf den Leserbrief von Rainer Barrenscheen, IK vom 5. Januar, in dem dieser der von Mahlke vertretenden IG Med eine überzogene Schelte an der Einkommenssituation der Mediziner vorgeworfen hatte:

Wenn Herr Barrenscheen von einer „Zahnärzte-Gewerkschaft“ schreibt, muss man feststellen: In der in den IK-Beiträgen genannten IG Med/Deutsche Ärzte-Gewerkschaft sind 90 Prozent der Mitglieder niedergelassene Ärzte, nur ein Teil der Mitwirkenden sind Zahnärzte.

In der öffentlich zugänglichen Satzung der IG Med hätte Herr Barrenscheen zudem nachlesen können, dass auch Patientinnen und Patienten Mitglied in der IG Med sein können, denn sie ist gemäß ihres Programms auch Sachwalter von deren Interessen.

Warum postuliert Herr Barrenscheen, mir und/oder der IG Med ginge es primär um mehr Geld? Im ersten IK-Bericht über die IG Med findet sich nur ein einziger Satz zu unserer Forderung nach fairem Honorar. In allen anderen Abschnitten werden Grundsatzprobleme der Gesundheitsversorgung besprochen.

Im zweiten Bericht werden primär die Versorgungsdemografie und insbesondere die aktuellen Probleme der Telematik-Anbindung sowie die Kritik am TSVG diskutiert. Was veranlasste Herrn Barrenscheen, mir und der IG Med subtil Geldgier zu unterstellen?

Dass unsere berechtigten Forderungen insbesondere bei den niedergelassenen Ärzten hohe Akzeptanz finden, lässt sich übrigens am 23. Januar beim Infotag ll über das TSVG in Hannover miterleben. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von ärztlichen Körperschaften und Verbänden, die gegen die aktuellen Spahn-Gesetze mobil machen.

Die von Herrn Barrenscheen empfohlenen Ärztestreiks kann die IG Med/DÄG nicht organisieren, denn den Vertragsärzten und -zahnärzten ist gesetzlich genau dieses Grundrecht verwehrt.

Da seit Jahren die Ärzteschaft bei Gesetzgebungsverfahren nie eingebunden wurde, verlangt daher die IG Med, dass Rahmenbedingungen unserer Berufsausübung endlich mit uns verhandelt werden, so wie es etwa bei der GdL und selbst gegenüber der Beamtenschaft problemlos akzeptiert wird.

In Zeiten, in denen aufgrund schlechter gesetzlicher Regelungen unsere Patienten ohnehin schon mehr als die Hälfte der zahnärztlichen Behandlung selbst bezahlen müssen, sehe ich es als völlig neben der Sache, wenn Herr Barrenscheen mir die Rückgabe der Kassenzulassung empfiehlt. Viele meiner Patienten wissen, dass ich seit Jahren für die Beseitigung von Zuzahlungen bin.

Zum Artikel über gegensätzliche Meinungen von Herrn Dr. Kießler: Unsere Praxis hat, so wie 80 Prozent aller Ärzte und Zahnärzte bundesweit, bisher aus guten Gründen die TI-Anbindung per Konnektor nicht vorgenommen, auch wenn wir damit auf 4.000 Euro Anschlussprämie verzichtet haben. Weil wir nicht wollen, dass die Daten unserer Patienten über einen intransparenten Konnektor auf obskure Krankenkassen-Server gelangen.

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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