IK-Leserbrief

Schon in Vergessenheit geraten?

Dr. Meinhard Gehse aus Hankensbüttel bezieht Stellung zum Artikel „Kampf ums Wasser“ in der IK-Ausgabe vom 20. Juli:

Der Artikel „Kampf ums Wasser“ des Journalisten Holger Boden ist sehr aufschlussreich und zutreffend.

Wie kann die Grundwasseranreicherung aber, außer durch sparsame Nutzung noch erhöht werden? Der Verbandsgeschäftsführer des Landvolks Horst Schevel nennt als Stichworte Polderung, Speicherbecken und Mehrfachverwendung der Abwasser. Geklärte Abwasser in der Region müssten zurückgehalten werden, statt sie über Bäche und Flüsse nur abzuleiten.

Ist das so neu? Nein. Denn genau dafür hat sich die hiesige FDP bereits 1991 beim Bau der Kläranlage Steinhorst gegen erbitterten Widerstand aus den Reihen des Samtgemeinderates Hankensbüttel hartnäckig durchgesetzt. Beide großen Parteien wollten das ungeklärte Abwasser mit einer Druckleitung in die nicht ausgelastete Kläranlage nach Lachendorf pumpen. Auf unserer FDP Informationsveranstaltung am 11. September 1991 im Gasthaus Heine haben wir unsere Alternative: „Das Abwasser bleibt in Steinhorst“ mit stichhaltigen Argumenten vorgestellt und schließlich auch als Gesamtkonzept: „Neubau einer Kläranlage mit Ortsentwässerung über das Vakuumsystem, Bau von Stapelteichen für den Ganzjahresanfall mit angeschlossener Bedarfsberegnung“. Damit blieb seit 1992 das gereinigte und warme nährstoffreiche Abwasser zu 100 Prozent der Landwirtschaft erhalten und die Heidebäche mit der Entwicklung der Flußperlmuschel wurden dadurch auch verschont. Im Isenhagener Kreisblatt im März 1992 haben die Bürger von Steinhorst und Räderloh sich beim damaligen Bauausschussvorsitzenden der Samtgemeinde Dr. Gehse und dem Beregnungsverband mit einer Anzeige bedankt.

Ist die Vorgehensweise aus Steinhorst in Vergessenheit geraten? Man muss das Rad nicht neu erfinden. Geklärte Abwasser müssen genutzt werden.

Um Grundwasser zu sparen, muss man jetzt handeln, und bevor Abwasser biologisch gereinigt wird, muss man zunächst die differenzierte Einleitung auf unerwünschte Schadstoffe untersuchen und diese Schadstoffe eliminieren.

Die Frage stellt sich doch auch, warum wurden diese Leistungen für die Grundwasserschonung vergessen und bisher nicht zur Beregnung eingesetzt? Können wir uns das hier noch leisten?

Dr. Meinhard Gehse, Hankensbüttel

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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