IK-Leserbrief

„Pfingsten auch in der Politik“

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(Symbolbild)

Wolfgang Banse aus Wittingen äußert sich zum bevorstehenden Pfingstfest:

Das geistreichste Kirchenfest unter den Kirchenfesten wie Weihnachten und Ostern ist das Pfingstfest. Es wird 50 tage nach Ostern begangen. Bei Kindern ist es nicht so begehrt wie Weihnachten oder Ostern, weil es zu Pfingsten kaum Geschenke gibt. Würde man in den neuen Bundesländern eine repräsentative Umfrage erheben, wüssten die Meisten mit Pfingstfest nichts anzufangen – wohl aber, was ein Browser im Bezug auf den PC betrifft. In der Konsequenz des Evangeliums beinhaltet das Pfingstfest, dass man auf die Plätze in der Welt geht und dort nach dem kirchlichen und gesellschaftlichen Auftrag fragt und entsprechend pragmatisch handelt.

In einer Welt der Krisen leben wir in 2019. Werte und Vertrauensverluste nicht nur im weltlichen, sondern auch in Religions- und Glaubensgemeinschaften sind erleb- und erfahrbar. Theologen sprechen im Bezug auf das Pfingstfest von einer Offenbarung der Stunde. Es wird – es ist – Pfingsten, auch in der Politik in Österreich, dem Nahen Osten, England. Und auch in Deutschland, was den Partei- und Fraktionsrücktritt von Andrea Nahles in der ältesten deutschen Partei Deutschlands betrifft.

Auch das Pfingstfest hilft nicht darüber hinweg, dass die Amtskirchen sich in einen desolaten Zustand befinden, was die demografischen Werte und die Kirchenaustritte betrifft. Deutschland, das einst gläubige Land, ist zu einem ungläubigen Land geworden. In den neuen Bundesländern spielt der Glaube kaum eine Rolle, was auch die Kirchenzugehörigkeit betrifft.

Pfingsten – der Geburtstag der Kirche, der Ökumene. Einen Grund, um die Geburtstagstorte anzuschneiden, ein Glas Sekt zu erheben gibt es nicht. Auch keinen Grund, sich zu freuen. In jedem Verein, als Aktionär, wird mehr Basisdemokratie gelebt, als in den sogenannten Amtskirchen. Das Kirchenbeamtenverhältnis sollte der Vergangenheit angehören. Ebenfalls reservierte Plätze, Bischofs-Dinner, Empfänge wie der Johannisempfang der evangelischen Kirche in Berlin für eine erlesene, elitäre Gästeschar. Klassengesellschaft wird sicht- und erlebbar. Aufatmen, auftanken und durchatmen werden viele, die sich nach Pfingsten aufmachen zum 37. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Dortmund, der unter dem Slogan steht: „Was für ein Vertrauen“ 2. Könige 18,19. Vielfalt und Sprachgewirr wird hier in Bezug auf das begangene Pfingstfest erlebbar. Möge der Heilige Geist in den Kapellen, Kirchen, Domen und Kathedralen zu Pfingsten und darüber hinaus wirken.

Wolfgang Banse, Wittingen

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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