Der bange Blick auf die Inzidenz

Perspektiven für Großveranstaltungen im Landkreis Gifhorn

Tausende Menschen stehen vor einer Bühne.
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Trotz Überschreitung des Schwellenwertes 10 dürften im Landkreis Gifhorn Großveranstaltungen mit bis zu 25 000 Besuchern stattfinden. Das besagt die neueste Corona-Verordnung des Landes Niedersachsen.
  • Hilke Bentes
    VonHilke Bentes
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Landkreis Gifhorn – Noch ändert sich mit Blick auf die aktuellen Corona-Maßnahmen im Landkreis Gifhorn nichts, doch gestern lag die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis Gifhorn seit mehreren Wochen mit 11,3 erstmals wieder über dem Schwellenwert 10. Sollten sich die Infektionszahlen in den kommenden zwei Tagen über dem maßgeblichen Wert bewegen, stehen wieder mehrere Einschränkungen bevor.

Mit Blick auf den Stufenplan des Landes Niedersachsen wird bei dreitägigem Überschreiten der Grenze 10 eine neue Allgemeinverfügung erlassen. Denn dann würden die aktuellen Lockerungen in Stufe 0 – das bedeutet die Einstufung als ein geringes Infektionsgeschehen – nicht mehr gelten, sondern mit Stufe 1 strengere Reglungen eingeführt werden.

„Die Entwicklung der Neuinfektionen muss über das Wochenende beobachtet werden“, sagte dazu Landrat Dr. Andreas Ebel. Sollte die Inzidenz am heutigen Samstag und am Sonntag auch über 10 liegen, würde am Montag die Allgemeinverfügung veröffentlicht werden und ab Dienstag gelten.

Lokal auf ein bestimmtes Infektionsgeschehen lassen sich die aktuellen Corona-Fälle nicht eingrenzen, so Ebel. Sie seien auf verschiedene Ereignisse zurückzuführen: Zum Teil auf Ansteckungen innerhalb von Familien, aber auch Reiserückkehrer spielen eine Rolle. Mit Blick auf die aktuellen Zahlen liegen im Landkreis im Moment 13 Fälle der Delta-Variante vor.

Derweil hat das Land Niedersachsen – unabhängig vom aktuellen Landkreis-Infektionsgeschenen – eine neue Corona-Verordnung veröffentlicht. Diese bringt kleinere Änderungen mit sich, sodass die bisherigen Regelungen im Grundsatz bestehen bleiben. Die neue Verordnung, die seit gestern gilt, sieht nunmehr unter anderem Regelungen für Großveranstaltungen vor. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von nicht mehr als 35 können auf Antrag und unter Einhaltung bestimmter Auflagen Großveranstaltungen mit mehr als 5000 Besuchern sowohl für sitzendes als auch für mindestens teilweise stehendes Publikum wieder zugelassen werden. Voraussetzung dafür ist ein umfangreiches Hygienekonzept. Darüber hinaus müssen der Alkoholkonsum eingeschränkt und die Kontaktdaten der Besucher erhoben werden. Die maximale Besucheranzahl wird bei der neuesten Corona-Verordnung auf 25 000 Personen oder 50 Prozent der Personenkapazität der Einrichtung begrenzt. Nach Angaben der Landesregierung können Großveranstaltungen sowohl unter freiem Himmel als auch in geschlossenen Räumen stattfinden.

Eine weitere Klarstellung betrifft die Wochenmärkte. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz unter 10 müssen nicht nur Besucher, sondern auch Verkäufer keine Masken mehr tragen. In Arbeits- und Betriebsstätten kann ebenfalls auf eine Mund-Nasen-Bedeckung verzichtet werden. Ausgenommen von dieser Regelung sind dabei jedoch weiterhin Personen, die Tätigkeiten und Dienstleistungen ausüben, die eine Unterschreitung des Abstandsgebots naturgemäß erfordern.

Für die Gastronomie sowie Clubs und Diskotheken wird klargestellt, dass auch bei einer 7-Tage-Inzidenz von nicht mehr als 10 die Kontaktdatenerhebung und -dokumentation erfolgen muss. In Tagespflegeeinrichtungen entfallen außerdem Abstandsregeln und Maskenpflicht für Gäste, soweit alle Anwesenden vollständig geimpft oder genesen sind. Aufgrund der Ausbreitung der Delta-Variante ist allerdings erhöhte Vorsicht geboten: Aus diesem Grund gilt für Besucher in Heimen künftig eine Testpflicht bereits ab einer 7-Tage-Inzidenz von 10 statt wie bisher 35. Die neue Corona-Verordnung gilt zunächst bis zum 3. September.

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