„Patient Deutschland“

Manfred Weitemeier aus Knesebeck über seinen Eindruck vom aktuellen Zustand der Republik:.

In diesen Tagen frage ich mich ernsthaft: Was ist bloß in diesem Staate los? Wir Bürger bekommen bei jeder Gelegenheit durch unsere gewählten Vertreter der Politik aufgetischt und eindringlich angemahnt, welche großen Herausforderungen gerade in diesem Jahr auf uns warten. Die Frage sei erlaubt, warum fangen sie nicht endlich damit an, sondern verstricken sich immer mehr in parteipolitische Kraftspielchen, um einen politischen Vertreter der Bundesrepublik Deutschland zu demontieren?

Sicherlich, es gibt dort Verfehlungen und Missachtungen, die einem solchen in der Öffentlichkeit stehenden Staatsmannes nicht unterlaufen sollten bzw. begangen wurden. Irren und Fehler machen ist aber menschlich, und welcher Politiker spricht sich davon frei?Gerade diejenigen, die jetzt ihre Stimme am lautesten erheben, kennen wahrscheinlich diesen Geruch von Versäumnissen, Verfehlungen und Missachtungen ganz genau. Schändlich, diese Profilierung und Ablenkung von eigener Schwäche auf Kosten anderer. Ist das Demokratie? Ist dieses etwa das Ziel unserer Gründungsväter der Bundesrepublik Deutschland?

Dabei gibt es viel dringlichere Dinge zu lösen. Wäre da unsere Parteilandschaft, die längst überholt erscheint. Wer geht eigentlich noch wählen? Und wozu? Jeden Tag erleben wir die Willkür, welche neuen Gesetze, Verordnungen und vor allem Kosten auf uns einstürzen. Was erwartet man noch vom Kartellamt, bestimmt nicht die Eindämmung der Mineralölkonzerne im Befüllen ihrer Taschen. Wozu diese Behörde überhaupt noch?

Unsere Versicherungskonzerne, die jedem einzelnen Bürger das Beste versprechen, aber selbst nur das Beste einheimsen, ohne die Nöte der Versicherungsnehmer umfangreich zu lösen. Da wäre noch die Verfilzung von Politik und Wirtschaft – ist dann auch leichter, den Kuchen so aufzuteilen, dass jeder ausreichend abbekommt, wir zahlen es ja, wir: der kleine Mann.

Oder unsere lieben Medien. Jeden Tag können wir an den Kiosken Deutschlands in großen roten Lettern lesen, wie nicht seriöse Berichterstatter wie die Hyänen über angesehene Bürger unseres Landes herfallen, um ihnen das zu nehmen, was sie sich aufgebaut haben. Wo bleibt eigentlich unserer Beistand, Unterstützung, Zusammenhalt, eben das, was diesen Staat so stark gemacht hat?

Und nun zu uns, den Bürgern dieses Landes. Warum zerreden wir alles, was auf unserem Speiseplan des täglichen Lebens angeboten wird? Warum handeln wir nicht? Typisch für uns ist hingegen, dass jeder einzelne schräg angeschaut wird, der durch Meinung, Schrift oder Bild aus der grauen Masse herausragt und nicht der Norm, entspricht. Danach folgt die Zerfleischung des Individiums durch mehr- oder minderqualifizierten Senf, den ja jeder dazugeben muss. Manfred Weitemeier

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