Jochen Bellin glaubt, dass der Kernort Wittingen in der Stadtpolitik zu kurz kommt

„Niedergang zur Bedeutungslosigkeit“

Jochen Bellin, Wittingen, fürchtet, dass der Kernort Wittingen in der Stadtpolitik nicht ausreichend vertreten wird.

Leserbrief

Im Stadtrat der Einheitsgemeinde Wittingen sollte sich eigentlich ein Querschnitt der Bürgerinnen und Bürger widerspiegeln. Es kann nicht akzeptiert werden, dass kein Wittinger (Brauerei-Städter) im Verwaltungsausschuss Sitz und Stimme hat.

Dieser Ausschuss (VA) ist der wichtigste Ausschuss und tagt geheim. Er gewichtet die Wittinger Kommunalpolitik. Ein unzumutbarer Zustand für uns Brauerei-Städter ist die Besetzung dieses Ausschusses. Ist doch der Ort Wittingen mit zirka 4800 Einwohnern ohne einen Vertreter in diesem Ausschuss vertreten. Dafür stellt aber zum Beispiel der Ort Lüben mit zirka 120 Einwohnern gleich zwei Vertreter.

Mit Chancengleichheit und Bürgernähe ist diese Art von Kommunalpolitik nicht zu verstehen. Deshalb unsere Forderung, unverzüglich den Wittinger Ortsbürgermeister Matthias Rönneberg (CDU) mit Sitz und Stimme in den VA zu wählen. Der Hinweis der Dörfer, dass wir doch alle Wittinger sind, hat aber nur solange Gültigkeit, solange die Interessen ihres Ortes nicht zur Diskussion gestellt werden. Ansonsten sind sie knallharte Vertreter ihres Ortes. Ab sofort geht es uns Wittingern darum, in der Kommunalpolitik – wie im Sportbereich – als Brauerei-Städter genannt zu werden.

Der Niedergang zur Bedeutungslosigkeit der Brauerei- Städter ist durch die Bildung eines Wahlbezirkes bei den Kommunalwahlen zu erklären. Hatten wir 1981 noch zwei Bezirke – Wittingen l und Wittingen 2 –, so wurden damals bei einer Wahlbeteiligung von 76 Prozent und 29 Sitzen noch zehn Brauerei-Städter in den Rat gewählt. 2016 bei einem Wahlbezirk und einer Wahlbeteiligung unter 50 Prozent nur noch vier.

Leider wurde eine Änderung der Wahlbezirke vom Verwaltungsgericht Braunschweig nicht genehmigt. Es bleibt nur die Möglichkeit, mit einer eigenen Liste zur nächsten Kommunalwahl anzutreten.

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