Dr. Lore Rodewald kritisiert die neue Position des Triumphkreuzes in der Hankensbütteler St. Pankratiuskirche

„Möglichst schnell rückgängig machen“

Dr. Lore Rodewald aus Hankensbüttel über die Umhängung des Triumphkreuzes in der St. Pankratiuskirche (IK-Artikel vom 12. April):

Ein Triumphkreuz ist ein Großkreuz der Romanik und Gotik. Diese kostbaren Stücke sind Teil unserer abendländisch-christlichen Kultur und heute nur noch in wenigen Kirchen erhalten. Sie hängen oben im Triumphbogen oder stehen auf dem Lettner oder einem Querbalken gut sichtbar zwischen dem Chor der Kirche und dem Langhaus (Kirchenschiff). Christus blickt nach Westen in das Kirchenschiff zu den Gläubigen.

Der Name Triumphkreuz bedeutet: Christus hat den Tod überwunden, er triumphiert über den Tod. Das ist die wichtigste Botschaft des christlichen Glaubens.

Betritt man ein Kirchenschiff von Westen, ist das Triumphkreuz sofort ein Blickfang, ebenso für die Gläubigen während des Gottesdienstes. Dass in Hankensbüttel ein Triumphkreuz von circa 1230 erhalten ist, ist der größte Kunstschatz der Kirche, der Gemeinde und der gesamten Region und findet Erwähnung in einschlägigen Kunstführern.

Bis 1700 hing dieses Kreuz wohl im Triumphbogen und wurde erst bei der folgenden barocken Umgestaltung der Kirche in den Chor verbannt (Pastor Bode, Kreiskalender Gifhorn-Isenhagen 1966). Als man 1964 die Kirche grundlegend renovierte und barocke Veränderungen rückgängig machte (die Fenster im Chor erhielten wieder ihre gotische Form), hat man auch dem Kreuz endlich den ihm zustehenden, würdigen Platz im Triumphbogen zurückgegeben.

Daran war mit Gewissheit auch das Amt für Bau- und Kunstpflege der evangelischen Kirche beteiligt. Warum dieses jetzt mit der Rückführung des Triumphkreuzes in den Chor einverstanden war, ist mir unbegreiflich. Den dort Verantwortlichen müssten die verschiedenen Umbaumaßnahmen in der Kirche bekannt sein.

Über die Neugestaltung des Chorraumes wurde vom Kirchenvorstand ausführlich berichtet und dagegen gab es keine Einwände. Aber mit keinem Wort wurde die Umhängung des Triumphkreuzes erwähnt. Hat der Kirchenvorstand Proteste erwartet? Das hat die Gemeinde erst durch den Bericht im IK vom 7. März erfahren.

Dass die Halterungen im Triumphbogen nicht entfernt wurden, ist wohl ein Zeichen, dass der (kunstverständigen!) Fachfrau aus Celle bei der Aktion doch nicht ganz wohl war. Und so sollte diese möglichst schnell rückgängig gemacht werden.

Die Gemeinde möchte ihr Triumphkreuz während des Gottesdienstes wieder in voller Größe sehen und nicht im Chor versteckt. Auch den Platz unter dem Höllenbild sollte man Christus nicht zumuten, er spricht von seiner Richterposition nebenstehend: „Gehet von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer“. Der Kirchenvorstand sollte sich der Gemeinde in einer öffentlichen Diskussion stellen.

Dr. Lore Rodewald

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