IK-Leserbrief

„Manipulativ formulierte Petition“

Die geplante Erweiterung des Otter-Zentrums hat Gegner und Befürworter.
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Die geplante Erweiterung des Otter-Zentrums hat Gegner und Befürworter.

Zum Artikel „Petition, Kritik an Weg und Anzeige – Otter-Zentrums-Erweiterung: Ratsfrau und Mitstreiter haben viel auszusetzen“, IK vom 25. Januar, äußert sich Katharina Skerhutt aus Hankensbüttel:

Das Thema Erweiterung des Otter-Zentrums verkommt so langsam zu einem grotesken Politikum, in dem es für Außenstehende offensichtlich immer mehr um persönliche Befindlichkeiten als um die Sache an sich geht.

Zumindest aus meiner Sicht ist es nur schwer oder eigentlich gar nicht nachvollziehbar, wie Politiker und Bürger unserer Samtgemeinde den Erweiterungsplänen des OtterZentrums so massiv Steine in den Weg legen können.

Der Wert des Otter-Zentrums für unseren Ort lässt sich nicht primär in konkrete Zahlen fassen, denn es geht ganz viel um weiche Faktoren wie den Bekanntheitsgrad Hankensbüttels, Umwelt- und Naturschutz, Dorfleben, Bildung unserer Kinder usw. Es ist eben nicht irgendein „Freizeitpark“, wie Ratsfrau van Werde so irreführend wie absurd in ihrer Online-Petition mit dem dramatischen Titel „Retten Sie unseren Wald“ formulierte. Es ist ganz eindeutig ein Tierpark, noch dazu eingebettet in einen Wald. Ebenso wenig passt der von ihr gewählte Begriff „Kleintierzoo“, bei dem man spontan an Hasen, Meerschweinchen und Co., statt an Otter oder Dachse denkt.

Statt das Otter-Zentrum in der Petition namentlich zu erwähnen, um eine einfache Recherche zum Thema zu ermöglichen, wählt sie die reißerische Formulierung vom „Wahnsinn“ der gestoppt werden müsse. Weil ein Gebiet von zwei Hektar den Naherholungsuchenden nicht mehr kostenfrei zur Verfügung stünde. Hier fehlt mir jede Verhältnismäßigkeit! Vor allem aber frage ich mich, wie Frau van Werde dazu kommt, zu behaupten, dass das Ergebnis ihrer fragwürdigen Petition zeige, dass die Öffentlichkeit eine Erweiterung des Otter-Zentrums in der geplanten Form nicht wünscht.

In ihrer Petition geht es explizit um die zwei Hektar Wald und dessen Nutzung als Naherholungsgebiet. Dies beträfe meines Erachtens ausschließlich Bürger in und um Hankensbüttel. Von den knapp viertausend Unterschriften der Online-Petition sind laut Bürgermeister Köllner nur zirka drei Prozent aus dem Gebiet Hankensbüttel. Wir reden also von etwa 120 Unterzeichnern aus der Samtgemeinde, die sich in der Petition gegen die Erweiterung des Otter-Zentrums ausgesprochen haben. In meinen Augen widerspricht diese Zahl sehr eindrucksvoll der Aussage von Frau van Werde. Auch bei im Ort gestarteten Unterschriftensammlungen hat sich meines Wissens bisher nie eine Mehrheit der Samtgemeinde-Bürger gegen die Pläne des Otter-Zentrums ausgesprochen. Ganz offensichtlich stehen also die meisten Einwohner der Erweiterung positiv oder neutral gegenüber.

Schön wäre, wenn die Gegner der Erweiterungspläne einfach akzeptieren, dass ihre Meinung eben nicht von den meisten ihrer Mitbürger geteilt wird, statt immer wieder nachzukarten. Das hat auch etwas mit der Vorbildfunktion von Personen, die im Fokus der Öffentlichkeit stehen, zu tun. Und mit Demokratie!

Katharina Skerhutt, Hankensbüttel

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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