Hendrik de Haan aus Erpensen sieht Lebensweise als Grund für seltene Begegnungen an

„Das Märchen von dem scheuen Wolf“

Hendrik de Haan aus Erpensen äußert sich zur Scheuheit von Wölfen in Deutschland:.

Seit der Rückkehr des Wolfes nach Deutschland wird von sogenannten Fachleuten verbreitet, dass der Wolf ein menschenscheues Wesen sei, und die Bevölkerung sich deshalb nicht ängstigen müsse.

Jedem, der sich mit Wildtieren wirklich auskennt, muss es von Anfang an klar gewesen sein, dass diese Behauptung Unsinn ist. Alle Wildtiere, egal ob Pflanzenfresser oder Raubtiere, haben vor dem Menschen keine Scheu, wenn sie ihn nicht durch schlechte Erfahrung fürchten müssen. Dass wir Raubwild seltener in Ansicht bekommen, liegt schlicht und einfach an seiner anderen Lebensweise als die der Pflanzenfresser. Das Raubwild jagt kurz, was wir nur sehr selten beobachten können, dann frisst es, auch dies sehen wir kaum einmal und anschließend wird geruht und verdaut und auch dieses Ruhen bekommen wir nur selten zu Gesicht.

Wenn man beispielsweise Nationalparks in Afrika besucht, dann beobachtet man tausende und zigtausende von Pflanzenfressern. Das Raubwild sieht man selten. Dies liegt aber nicht an seiner Scheu, sondern an der oben dargestellten Lebensweise. Die wenigen Löwen und andere Raubtiere, die man zu sehen bekommt, verhalten sich genauso vertraut gegenüber dem Menschen wie die Pflanzenfresser und liegen oft nur wenige Meter neben der Straße und den Touristen. Es wird eine Fluchtdistanz eingehalten, die bei fehlenden schlechten Erfahrungen mit dem Menschen gering ist.

Die Wölfe in unserem Land begegnen jeden Tag den Menschen, und jeden Tag lernen sie, dass wir harmlose Wesen sind. In Rumänien laufen die Wölfe durch die Großstädte.

Auch in Deutschland bekommen wir Raubwild sehr viel seltener zu sehen als bei–spielsweise unser Rehwild. Füchse relativ selten und manche Mitbürgen haben noch nie in ihrem Leben ein Wiesel, Marder oder Iltis gesehen.

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