Leserbrief über Pläne zum dezentralen Impfen

„Ein Impf-Drive-In ist möglich, man muss nur wollen“

Eine Impfung gegen das Coronavirus (Symbolbild).
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Eine Impfung gegen das Coronavirus (Symbolbild).

Uwe Weber, Emmen, über die Pläne für dezentrales Impfen:

In 2020 bekam ich eine Mail eines Kameraden, heute Geschäftsmann, der um die gesamte Erdkugel jettet.

Er wusste von pragmatischen Lösungen in der Welt. Bei zwei IK-Artikeln vom 13. März fragte ich mich: Hat der Herr Landrat mal auf die Landkarte geschaut und hat es „Klick“ gemacht, wie groß doch das Kreisgebiet ist, und dass nur dezentrales Impfen und Testen die Lösung sein kann, statt Ü-80-Jährige, Schul- und Kita-Personal nach Gifhorn zu ordern?

Abends sehe ich in „Hallo Niedersachsen“, wie lange Pkw-Schlangen an einfachen Impfstationen auf einem Supermarkt-Parkplatz in den USA anstehen und die Insassen nicht einmal zum Impfen aussteigen. Drei Minuten, Piks und Erfassung per App, dann schaltet man auf Drive! So ist der Ami – Pragmatismus und der Beweis: Ohne Impfzentren läuft‘s schnell, sicher, erfolgreich. Deutschland wird mittlerweile in ausländischen Medien als „Meisterland der Planlosigkeit“ betitelt. Hauptarbeit ist wohl von Ministern bis zu Bürgermeistern die Medienarbeit, die bereits frühmorgens einsetzt. Nur EIN Impfzentrum im Nordkreis und wohl auch nur EIN Testzentrum in Gifhorn sind angedacht. Nichts Genaues weiß man nicht!

Obwohl versprochen, dürfen Hausärzte immer noch nicht impfen, was beste deutsche Regulierungswut zeigt. Der letzte Macher, Gerhard Schröder, hat es etwa so ausgedrückt: „Hört auf mit der Kakophonie.“ Ein Satz, den ganz Deutschland verstand.

Zum Schluss fragte ich mich, warum wir Einsatz-Soldaten nicht zum Generalarzt fahren mussten, sondern das Impfteam mit Zweifach-Malaria-Impfdosen in die Bundeswehr-Dörfer (Lager) kam. Ähnlichkeiten zum US-Pragmatismus auf dem Parkplatz sind erlaubt, denn in Hankensbüttel döst ein Lidl- Parkplatz leer herum. Ein Impf-Drive-In ist möglich, man muss nur wollen. Uwe Weber, Emmen

Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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