IK-Leserbrief

Kritik an Sommertour des Landrates

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Dr. Rolf Mahlke aus Wittingen stellt die Sommertour von Landrat Dr. Andreas Ebel (2. v.r.) infrage.

Dr. Rolf Mahlke aus Wittingen stellt die Sommertour von Landrat Dr. Andreas Ebel infrage:

Liest man die Veröffentlichung zur aktuellen Sommertour unseres Landrates Herrn Dr. Ebel kann man sich als Nordkreis-Bewohner nur wundern. Denn zu fragen ist, welche Idee hinter dieser Bereisung steht, wenn überwiegend gut situierte Betriebe und mehrere (!) Gasthöfe (die ebenfalls prächtig laufen/ich gönne es allen Besuchten, wenn dort wirtschaftlicher Erfolg besteht!) besucht werden, jedoch die Bereiche, in denen aktuell bzw. mittelfristig dringender Handlungsbedarf besteht, niemand nach Sorgen und Nöten gefragt wird. Wie kommen unsere Feuerwehren zurecht? Was macht die Unterrichtsversorgung? Wie geht es mit der Tafel weiter? Wie steht es mit der Zukunft der medizinischen Grundversorgung? Wann kommt ein ÖPNV, der eine wirkliche Alternative zu Auto und Autobahn wäre?

Mit dem Besuch an solchen Stationen könnte unser Herr Landrat sicherlich dringend zu erhebende Daten und Fakten ganz konkreter und regional relevanter Art sammeln und für seine zukünftige Arbeit aufnehmen. Aus meinem Bereich würde ich gern den Herrn Landrat fragen, was etwa passiert, wenn die Träger der (laut KVN angeblich 110-prozentigen ärztlichen Versorgung), nämlich gleich drei über 70 Jahre alte Ärzte in Wittingen und Knesebeck (mit teilweise 50 Stunden Wochenarbeitszeit), der hiesige Augenarzt und auch drei Zahnärzte in den nächsten fünf Jahren ihre Tätigkeit einstellen (werden müssen). Und ich würde gerne fragen, warum es etwa für Praxismodernisierungen und/oder -erweiterungen keinerlei staatliche Unterstützung gibt und die Ärzteschaft derzeit stattdessen mit diversen neuen Spahnschen Gesetzen massiv gegängelt werden, so dass immer mehr ältere Ärzte aus Frustration vorzeitig die Kassenzulassung zurückgeben. Und wenn diese Problemfelder für eine Bereisung nicht interessant genug sind, würde ich einfach einmal darum bitten, das ländliche Wegenetz zu erkunden. Das ist nämlich allerorten in einem üblen Zustand…

Unabhängig von meiner Kritik, die Herr Dr. Ebel und alle Mitlesenden bitte als konstruktiv auffassen möchten, wünsche ich dem Vorhaben gutes Gelingen und passendes Wetter. Als Mitbürger, der sich stets um die Entwicklung unseres Nordkreises interessiert und bemüht oder selbst versucht, dort Impulse zu setzen, kann ich leider nicht teilnehmen, weil der Terminvorlauf in unserer Praxis (drei Wochen) dies nicht zulässt. Schön wäre es daher, wenn man zukünftig solche Termine so wählt, dass auch Berufstätigen eine Teilnahme ermöglicht wird.

Dr. Rolf Mahlke, Wittingen

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