Stefan Weitz aus Wittingen setzt sich kritisch mit der Umweltprämie für Dieselfahrzeuge auseinander

„Gleicher Fehler wie vor Jahren“

Stefan Weitz aus Wittingen kritisiert die Umweltprämie als Ergebnis des Diesel-Gipfels:.

„Umweltprämie“ – mit diesem Euphemismus werden meiner Meinung nach zwei Dinge verdreht:

1. Es wird ein Auto, bei dessen Produktion sehr viel Energie und viele Rohstoffe verbraucht wurden, völlig unnötig zerstört, obwohl es noch viele Jahre fahren würde. Nur durch eine möglichst lange Laufzeit des Fahrzeugs kann die Effektivität, die dem hohen Produktionsaufwand gegenüber steht, gesteigert werden.

2. Mit dem Abwracken tausender fahrbarer Fahrzeuge, wird unsere Umwelt folglich massiv belastet und nicht „prämiert“. Ein Totalschaden für Mensch und Umwelt.

Diese Vorgehensweise scheint von den gewählten Volksvertretern und der Autoindustrie gewollt zu sein.

Wir atmen seit Jahrzehnten unnötige Abgase ein, weil weder von Politik noch von der Industrie Wert auf saubere Dieselfahrzeuge gelegt wurde. Statt miteinander in Konkurrenz zu treten, wer das sauberste Fahrzeug bauen könnte, sprachen sich Autokonzerne ab. Wo üblicherweise Stacheldrahtzäune und Sichtschutzmauern Firmengeheimnisse hüten, kamen die Autobauer sich überraschend schnell näher: 1996 entstand in Süddeutschland mit dem Segen des Bundeskartellamtes das gemeinsame Abgaszentrum unserer fünf großen Autobauer.

Was mir unverständlich bleibt: Warum gelingt es unserer Regierung nicht, der Autoindustrie vorzuschreiben, saubere Fahrzeuge zu liefern? Bereits vor 30 Jahren fuhren in der oberfränkischen Kleinstadt Coburg, aus der ich stamme, sämtliche Nahverkehrsbusse der Städtischen Werke (SÜC) mit Rußfilter und Harnstoffeinspritzung. Im Jahr 1990 hat sich die Firma MAN (gehört heute zu VW) eine ähnliche Technik patentieren lassen.

Die Firma Twintec hat einen Passat Diesel Euro 4 zu einem bezahlbaren Preis mit einem Harnstoffverdampfer nachgerüstet und damit die Gesamtemissionen um 90 Prozent verringern können.

Ich bin gerne bereit, Geld für die Nachrüstung meines Fahrzeuges auszugeben, obwohl dieses der Hersteller tragen müsste, der uns eine saubere Abgasanlage bisher vorenthalten hat. Statt nachzubessern, will die grüne Partei nun eine blaue Plakette für Dieselfahrzeuge einführen. Damit dürfen wieder einmal wir Verbraucher zahlen und nicht die, die diese abgastechnisch unausgereiften Fahrzeuge gebaut haben. Unsere Politik und die Autoindustrie machen zur Zeit den gleichen Fehler wie vor vielen Jahren, als sie das Verschrotten von intakten Kfz staatlich förderten (Abwrackprämie).

Für die kommenden Wahlen suche ich noch eine Partei, die sich für eine transparente Lobbykultur starkmacht.

Stefan Weitz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare