Leserbrief

Glasfaser: Kreis plant teuer am Markt vorbei

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(Symbolbild)

Über das Grußwort zum neuen Jahr von Landrat Dr. Andreas Ebel (IK vom 30. Dezember) äußert sich Uwe Weber aus Emmen:

Wenn man zwischen den Zeilen Jahresrück- und -ausblicke der Kommunalpolitik liest, sind diese für den Leser noch interessanter, wenn er Vergleiche zu anderen Ländern, Landkreisen und Kommunen aufstellen kann und die Verwandtschaft und Bekanntschaft fachliche Rückfragen beantwortet.

Die Sachlage ist: Mein Elternhaus in einem Ortsteil der Stadt Alfeld (Leine) bei Hildesheim besitze ich noch und vermiete es an drei Mieter, die dort seit Jahresbeginn 2016 Zugang zum schnellen Internet haben. Dies liegt an gleichzeitigen Baumaßnahmen in mehreren Gemeinden im Sommer 2015. Die Haushalte sind per VDSL beziehungsweise LTE mit jeweils Werten von 100 Mbit am Netz. Angeschlossen waren Anfang 2016 bereits 13 von 15 Gemeinden der Stadt.

Wertet man die Aussage unseres Landrates aus, so steht der Landkreis beim Einstieg ins schnelle Internet sehr weit hinten: Ende 2018 ist erst Baubeginn. Aber wo? Für den Nordkreis sicher erst im Jahr 2019, so meine Vorahnung. Die Frage, warum der Landkreis federführend sein will, obwohl Kommunen flexibler und schneller den Einstieg ins schnelle Internet lösen, zeugt wieder einmal von einer hier typischen Steuerungsmentalität, die überholt ist.

Wir sehen, VDSL/LTE-Technologie, die den Hausbesitzer auch billiger kommt, reicht aus. Andere Länder in der Welt machen es uns vor. Wer in die Einsamkeit von Skandinavien oder Frankreich reist, der erlebt eine VDSL/LTE-Abdeckung erster Güte.

Und da der Markt für mobile Internet-Geräte boomt, wird die Ringleitung unseres Landkreises sich selbst überholen, weil am Markt teuer vorbei geplant wird. Diese alternative Überholspur wird gerade per Internet via Satellit massiv angeboten. Es boomt, wie man hört, auch deshalb, weil eine Selbstmontage möglich ist.

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