IK-Leserbrief

„Gifteinsatz – ich bin fassungslos“

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Im Kreis Gifhorn wurde der Eichenprozessionsspinner bereits aus der Luft bekämpft. Das stößt nicht bei jedem auf Wohlwollen. 

Gabriele Hepping aus Bad Salzuflen äußert sich zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in der Samtgemeinde Brome:

Die Lethargie der Einwohner von Brome kann ich nicht nachvollziehen, die Befürworter sollten sich einmal genau überlegen, ob die verantwortlichen Politiker, insbesondere der Landrat auch dann so schnell handelt, wenn Sie, die Einwohner von Brome, Schadensersatz fordern. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich mir ein vorschnelles Handeln kaum vorstellen.

Was passiert mit den Geschädigten wie Landwirte, Hobbiegärtner, Imker und Co.? Der Gifteinsatz um die Samtgemeinde Brome ist schon schlimm genug, nun aber machen die Verantwortlichen und Fürsprecher auch noch die letzten Rückzugsgebiete der Arten zunichte, es wird ernsthaft in Erwägung gezogen nun auch das Naturschutzgebiet Drömling mit einem Gifteinsatz zu versehen – ich bin fassungslos. Alle Welt, insbesondere hochrangige Wissenschaftler, erörtern das Artensterben, was aber machen gerade die Politiker? Augen und Ohren auf bei der bevorstehenden Europawahl, wie ernst es diverse Politiker mit ihrer Umweltpolitik meinen, sehen wir ja gerade.

Ich bin immer noch geschockt, wie die Einwohner und Verantwortlichen in der Samtgemeinde Brome und Umgebung diesem Gifteinsatz zustimmen konnten. Wieso das Ganze? Es gibt durchaus Maßnahmen, bei denen es weitaus weniger Geschädigte gibt. Steuergelder wurden nun einfach so zum Fenster herausgeworfen. An die Befürworter die Frage: Finden Sie das gerecht?

Je mehr ich mich mit der Thematik auseinander setze, desto mehr erhärtet sich der Verdacht, dass wieder einmal die Lobbyisten das letzte Wort gehabt haben, alles andere ist für mich undenkbar. Zum jetzigen Zeitpunkt kann ich nur hoffen, dass für das Naturschutzgebiet Drömling Gelder bereit gestellt werden, die einen Gifteinsatz unmöglich machen.

Gabriele Hepping, Bad Salzuflen

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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