IK-Leserbrief

„Gesellschaft befindet sich in einem Dilemma“

Inmitten der Klagerufe über die Klimakrise wachse laut Niko Paech ausgerechnet die Nachfrage nach Luxus wie Kreuzfahrten immer stärker. Dieser bringe klimaschädliche Treibhausgase mit sich.
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Inmitten der Klagerufe über die Klimakrise wachse laut Niko Paech ausgerechnet die Nachfrage nach Luxus wie Kreuzfahrten immer stärker. Dieser bringe klimaschädliche Treibhausgase mit sich.

Zur Meldung „Kritik am Lebensstil“, in der Wirtschaftswissenschaftler Niko Paech vielen Bürgern bescheinigt, sich über die fatalen umweltschädliche Folgen ihres Lebensstils zu täuschen (IK, 2. Dezember), erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung:

Der Artikel ist für mich ein „Aha-Effekt“. Aber er hat auch gezeigt, in welch einem Dilemma sich unsere Gesellschaft befindet:

Angenommen, wir würden auf all die verführerischen Angebote der Industrie und Wirtschaft verzichten, die unsere Umwelt belasten, also so leben wie vor 40/50 Jahren, fast kein Auto, keine Flugreisen, keine Kreuzfahrten, keine EDV (Handy), Wohnen auf engstem Raum, wo mit Holzofen im Winter ein Raum geheizt wurde, keine leckeren Lebensmittel aus dem Ausland ...

Es wäre eine wirtschaftliche Katastrophe. Zigtausende Arbeitsplätze würden wegfallen, das Bruttoinlandsprodukt würde regelrecht abstürzen. Unser gesamter Lebensstil würde um rund 50 Jahre zurückgeschraubt werden. In Nordkorea lebt man noch so.

Ich sehe leider keinen Ausweg, als entweder dafür zu sorgen, dass sich die Bevölkerung der Erde drastisch reduziert oder wir nehmen einen dramatischen ökonomischen Verzicht auf uns. Beides hätte gleichermaßen katastrophale Folgen.

Und Beides ist meines Erachtens weder menschlich noch politisch realisierbar.

Erich Hirche, Schönewörde

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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