IK-Leserbrief

Gefährdung durch Hähnchenmastanlage

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Weitere Hähnchenmastanlagen im Gifhorner Nordkreis stoßen auf Ablehnung.

Elke Warnecke aus Brome äußert sich kritisch zur geplanten Hähnchenmastanlage in Brome:

Mit Erschrecken habe ich zur Kenntnis genommen, dass jetzt auch in Brome eine Hähnchenmastanlage gebaut werden soll.

Geflügelmäster im Landkreis Gifhorn wollen die Stallkapazitäten von aktuell 580 000 Tieren in Massentierhaltung um weitere 500 000 Mastplätze also fast verdoppeln! Eine Anfrage der Landtagsabgeordneten Imke Byl, Bündnis 90/Die Günen, hatte zu Tage gebracht, dass in Ohrdorf, Darrigsdorf, Lüben und Brome entsprechende „Erweiterungen“ vorgesehen sind.

Unter Transparenz im Zusammenhang mit Bürger*inneninteresse verstehe ich etwas anderes. Die Großanlagen sollen in Ohrdorf 100 000 Tiere und in Brome 180 000 Tiere aufnehmen. Das Umweltministerum bestätigt, dass die Nitratbelastung schon jetzt weit über dem Schwellenwert liegen. Offensichtlich benötigen auch solche Großanlagen, die den Tier- und Menschenschutz betreffen, keine Umweltverträglichkeitsprüfungen.

Empörend und unfassbar ist für mich der Umstand, dass in Zeiten der Coronakrise, in der Mediziner, Wirtschaftsfachleute und Politiker die Bürger*innen zur Umsicht und Achtsamkeit untereinander aufrufen, hier offensichtlich kein Zusammenhang gesehen wird. Es ist bekannt, dass der Einsatz von Antibiotika bei Massentierhaltung zu schnelleren Bildung von multiressrenten Keimen führt. Diese werden von Tieren auf Menschen übertragen, sog. Zoonose.

Was muss denn noch passieren bis begriffen wird, dass sich mit immer mehr und mehr keine Lebensqualität, geschweige denn Gesundheit, kaufen lässt?

Elke Warnecke, Brome

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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