IK-Leserbrief

„Gedenkstätte zu pflegen, ist eine Pflicht“

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Das Foto von Hankensbüttel oben im Turm des Mahnmals ist von Vandalen zerkratzt worden. Die Gedenkstätte zu erhalten, zu pflegen und zu sichern, ist nach Ansicht von Günter Dickmann eine Pflicht. Jedermann könne mit Aufmerksam-, Achtsamkeit und Respekt gegenüber der Gedenkstätte seinen Beitrag leisten, findet der Wentorfer.

Zum Artikel „Vandalismus: Mahnmal verunstaltet“, IK vom 16. Oktober, erreichte die Redaktion folgende Zuschrift:

Ergänzend zu dem Artikel möchte ich noch weitere Überlegungen ausführen.

Es ist nicht nur der sehr bedauerliche Vandalismus durch Unbekannte, der erschütternd ist. Übrigens: Warum richtet sich eigentlich die Gewalt in erster Linie gegen die Tafeln der Ausstellung? Sind es die Texte, die provozieren, und ist da völlig auszuschließen, dass auch rechtsgerichtetes Gedankengut mit im Spiel ist?

Es ist auch der Zustand, in dem sich der gesamte Denkmalsplatz befindet, abgesehen vom Soldatenfriedhof, der trotz herbstlicher Gegebenheit einen gepflegten Eindruck hinterlässt. Entlang der Umfassungsmauer, und zwar der dem Turm abgewandten Seite, dient die nicht gleich sichtbare Fläche als Müllablageplatz. Der Vorplatz von Turm und Friedhof ist in einem erbärmlichen Zustand. Herumliegendes Papier und andere achtlos hingeworfene Dinge wurden bereits entsorgt. Hier haben schon Bürger einen Verdienst, wenn sie zur Stelle sind, um den gröbsten Unrat zu beseitigen. Ihr Motiv: dem Friedhof seine Würde geben.

Auch die Fläche vom Turm hinunter in den Ort ist in einem wilden Gestrüpp-Zustand. In den Eichen sind dicke, trockene Äste, die ohne Blattwerk bedrohlich über dem Weg zu erkennen sind.

Als Lehrer am Gymnasium Hankensbüttel bin ich immer wieder mit Schülergruppen zum Gedenkplatz gegangen, um sie für dessen Geschichte zu interessieren. Mit ihnen bin ich auch am Volkstrauertag zum Denkmalplatz mit hinaufmarschiert. In Projektwochen durften die Schülerinnen und Schüler auch mit Genehmigung der Gemeinde den Platz sauber halten.

Erinnerungskultur, wie sie in den schulischen Richtlinien vorgeschrieben ist, kann ja an dieser Stelle – auch durch die Ausstellung zur Geschichte von 1936 bis in die Gegenwart hinein – in besonders eindrucksvoller Weise anschaulich betrieben werden. Angesichts der derzeitigen politischen Situation ist solcherart Motivation besonders angesagt.

Die Bedeutung des Denkmalplatzes an der Steimker Straße für unser geschichtliches und politisches Bewusstsein ist von beträchtlichem Wert, für Erwachsene und ganz besonders für die Jugendlichen. Deshalb ist es meiner Ansicht nach für die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung eine Pflicht, diese Gedenkstätte zu erhalten, zu pflegen und zu sichern. Jedermann kann mit Aufmerksam- , Achtsamkeit und Respekt gegenüber der Gedenkstätte seinen Beitrag leisten.

Günter Dickmann, Wentorf

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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