Dietrich Korn äußert sich kritisch zu den Plänen für die Umgestaltung des Hankensbütteler Dorfplatzes

Der ertüchtigte Brunnen

Der Wierstorfer Dietrich Korn äußert sich kritisch zu der Umgestaltung des Dorfplatzes in Hankensbüttel, speziell was die Pläne zur „Ertüchtigung“ des Brunnens angeht. Er bezieht sich dabei auf die IK-Berichterstattung vom 18. Dezember zu einer Gemeinderatssitzung zu diesem Thema.

„Schon gut! Nur muß man sich nicht allzu ängstlich quälen; denn eben wo Begriffe fehlen, da stellt ein Wort zur rechten Zeit sich ein.“

So belehrt in Goethes Drama „Faust“ Mephisto, also „der Geist, der stets verneint“, einen noch etwas unbedarften Schüler. Ein solches Wort scheint sich einem Bericht im IK vom 18. Dezember nach in der Sitzung des Hankensbütteler Gemeinderates am 16. Dezember eingestellt zu haben. Der Brunnen am Rande des Kirchplatzes soll „ertüchtigt“ werden.

Der Ausdruck „ertüchtigen“ ist mir nur in Bezug auf Menschen bekannt. Ich sollte in der NS-Zeit wehrertüchtigt werden, das heißt tüchtig gemacht werden, meinen Wehrbeitrag zu liefern. Zu was aber soll der Brunnen ertüchtigt werden? Dient das Wort dazu, zu verdecken beziehungsweise zu überspielen, dass die bestehende solide Brunnenanlage beseitigt werden soll?

Dieses Vorhaben ist den bisher veröffentlichten Plänen zu entnehmen. Darauf angesprochen, antwortete der wortführende Kirchenvertreter, dass man auch einmal etwas Neues machen müsse. Nach dem IK-Bericht scheinen das auch unsere Ratsmitglieder zu wollen. Das Verlangen nach Neuem liegt ja auch im Strom der Zeit: Neue (Ehe)Männer beziehungsweise neue (Ehe)Frauen beziehungsweise neue Lebenspartner, neue Rechtschreibung, neue Schulformen, neue Unterrichtsrichtlinien und so weiter sind gang und gäbe. Fragwürdig ist das vor allem dann, wenn der Aufbau des Neuen die Zerstörung von bewährtem Alten mit sich bringt. Ich vermisse in der vom IK berichteten Diskussion im Gemeinderat die Achtung vor dem bisher Geschaffenen sowie die Erwägung, ob Werte vernichtet werden dürfen, die zu erstellen eine Generation zuvor einiges an Geld und, was die Genehmigung durch das zuständige Kirchenamt anbelangt, auch Mühe gekostet hat.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare