„Ein Land ist traumatisiert“

Wolfgang Banse aus Wittingen schreibt zu den Terroranschlägen in Norwegen:

Nach den Anschlägen in Oslo und auf der Insel Utøya, wo insgesamt 76 Menschen ums Leben kamen, ist das Land Norwegen in einem traumatisierten Zustand.

Blumen bestimmen das Bild in Norwegen. Nicht nur in Norwegen gedenkt man der Menschen, die ums Leben kamen, sondern weltweit. So auch in der Bundeshauptstadt Berlin, wo Andachten und Gottesdienste stattfanden zum Gedenken der Getöteten.

Vor der Norwegischen Botschaft in Berlin kommen Menschen, die Tränen in den Augen haben zusammen, legen Blumen vor der Botschaft nieder. Politische Prominenz bekundet den Botschaftsangehörigen ihr Beileid. Klaus Wowereit, Berlins Regierender Bürgermeister, hat die Mahnwache der islamfeindlichen Vereinigung „Pro Deutschland“ vor der Norwegischen Botschaft kritisiert.

Die Uhren, so ergibt sich der Anschein, sind stehengeblieben. Ein Volk trauert. Weiße und rote Rosen sind zum Symbol der Trauer geworden. In ihrer Trauer finden sie Trost beim Ministerpräsidenten Jens Stoltenberg, der jetzt auch die Aufgabe hat, eine Vaterrolle einzunehmen. Trost und Halt findet die Nation in den einfühlsamen, bedachten, empathischen Worten des Ministerpräsidenten: „Das Meer an Menschen hier vor mir und die Wärme die ich aus dem ganzen Land spüre, machen mich ganz sicher: Norwegen besteht diese Prüfung.“ Jens Stoltenberg plädiert für noch mehr Offenheit, Menschlichkeit und Demokratie in seinem Land.

Kronprinz Hakon sagte, dass Norwegen vor der Wahl stehe. Das Geschehene könne nicht ungeschehen gemacht werden. Aber wir könnten uns unterscheiden, was es mit uns als Gesellschaft und als Einzelne mache.

Nach der Trauer wird Norwegen wieder in den Alltag zurückfinden müssen, auch wenn es schwer fallen wird. Wieder einmal zeigt sich, wozu Menschen mit einer narzistischen Störung in der Lage sind und was sie ausrichten und anrichten können. Wolfgang Banse

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