Jochen Bellin kritisiert Wittinger Finanzpolitik / Knesebeck: Frank Groß moniert Tücken der Straßenbeleuchtung

„Davon sind wir meilenweit entfernt“

Jochen Bellin, Wittingen, mit seiner Sicht auf die Wittinger Haushaltspolitik:

Was nutzen uns die Millionen auf dem Konto, wenn die Infrastruktur (z.B. defektes Ernst-Siemer-Bad) den Bach runtergeht – Aussage der Grünen im IK. Auch sollte bekannt sein, dass eine Verwaltung auf Dauer nur so erfolgreich sein kann, wie die im Rat vertretenen Parteien qualifiziert sind. Nur davon sind wir in der Brauereistadt meilenweit entfernt.

Oder wie ist es zu erklären, dass nach zirka 17 Jahren die Spendenaktion „Bäume für Wittingen“ in Höhe von zirka 20 000 DM kleinlaut auf nur zirka 15 000 DM korrigiert wurde? Bis heute hat sich Rat und Verwaltung dafür nicht öffentlich bei den Spendern entschuldigt. Mich hat man aber aufgrund meiner Hartnäckigkeit betreffs Abrechnung der Spenden in übelster Art und Weise beleidigt.

Die Bürgervertreter sind aber bis zum heutigen Tag den Beweis schuldig geblieben, dass sie einen Haushalt von zirka 20 Millionen Euro kontrollieren können. Oder werden wir endlich mal eine ordnungsgemäße Bilanz vorgelegt bekommen, die von einem externen Wirtschaftsprüfer aufgestellt wurde? Bei der Gelegenheit auch die endgültige Abrechnung der Stadthallensanierung mit gleichzeitiger Höhe der Abschreibung, die Jahr für Jahr erwirtschaftet werden muss?

Frank Groß, Knesebeck, zum Artikel „Zu viel Licht, das zur Seite strahlt?“ (IK vom 12. September):

Nachhaltigkeit und Umwelt vergessen? Scheint das Licht der Straßenbeleuchtung nachts ins Schlafzimmer, wird der Mensch in seiner Ruhephase gestört und auch Tiere und die Pflanzen reagieren sensibel auf künstliches Licht. Gerade jetzt in der Zeitumstellungsphase ist dieses Thema wieder einmal Diskussionsstoff.

Moderne Beleuchtungsanlagen, die unnötige Lichtimmissionen vermeiden, müssen nicht teurer oder ineffizienter sein als Leuchten, die bisher in Wittingen verbaut wurden. Vielmehr hätte man zum Zeitpunkt der Beleuchtungsplanung die Immissionswerte des Lichts nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz bewerten müssen und geeignete Leuchten beschaffen müssen. Künstliches Licht durch Straßenbeleuchtung, angestrahlte Bauwerke und Leuchtreklame haben vielfältige Auswirkungen auf Mensch und Natur.

Nach dem BImSchG werden Lichtimmissionen als schädliche Umwelteinwirkungen eingestuft, wenn sie durch ihre Art, Ausmaß oder Dauer Gefahren, erhebliche Nachteile oder Belästigungen für die Allgemeinheit herbeiführen. Diese Faktoren sind bei einer lichttechnischen Planung zu berücksichtigen. Es geht aus heutiger Sicht nicht mehr wie früher, dass man sich Leuchtentypen nur nach dem Designaspekt aussucht.

In Deutschland sind im Gesetz und auch in verwaltungsrechtlichen Bestimmungen zwar keine konkreten Grenzwerte für Lichtimmissionen vorgegeben. Allerdings hat der Länderausschuss für Immissionsschutz (LAI) empfohlen, die Mess- und Bewertungsmethoden sowie die daraus abgeleiteten maximal zulässigen Werte der LiTG (Deutsche Lichttechnische Gesellschaft, Publikation Nr. 17/1998) für eine Bewertung der Lichtimmissionen zu verwenden. Einige Bundesländer haben dazu bereits „Licht-Richtlinien“ erlassen. Lichtimmissionen lassen sich im Bereich von Straßen-, Wege- und Platzbeleuchtungen durch den Einsatz moderner Außenleuchten effektiv reduzieren. Eine moderne LED-Beleuchtung sollte das Licht nur dorthin lenken, wo es auch wirklich gebraucht wird und nicht die Umgebung in einem „Lichtbrei“ versinken lassen.

Die Lebensräume von Mensch, Tier und Pflanzen sollte man auch vor zu viel Licht schützen. Zum Beispiel lassen sich mit einer Nachtabsenkungen des Lichtniveaus Lichtimmissionen reduzieren, gleichzeitig CO²-Emissionen mindern und obendrein noch Strom sparen. Vielleicht ist es für die restlichen 50 Prozent der Beleuchtungssanierungen in Wittingen noch nicht zu spät, um eine Beleuchtung mit einer Lichtplanung unter effizienten und energetischen Gesichtspunkten mit besseren Leuchten zu realisieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare