IK-Leserbrief: Robert Weibel aus Wittingen reagiert auf den Leserbrief von Klaus Pape

Von CO2-Hysterie und Öko-Diktatur

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(Symbolbild)

Der Wittinger Robert Weibel reagiert auf den Leserbrief von Klaus Pape, Hankensbüttel, zur Klima-Debatte (IK vom 21. August):

„Wenn man die öffentlichen Debatten verfolgt, stellt man fest, es ist eine CO2-Hysterie ausgebrochen“ (zitiert aus dem Leserbrief von Klaus Pape). Verglichen mit anderen Ländern, so das gängige Argument, stünden wir sehr gut da. Wir müssten uns kein schlechtes Gewissen einreden lassen, weil andere Länder viel schlechter sind. Je nach Quelle stößt Deutschland nur 2 bis 3 Prozent der weltweiten Treibhausgase aus (gehört damit jedoch trotzdem zu den zehn größten Verschmutzern) und diejenigen, die eine „Öko-Diktatur“ anstreben, wollen den Wohlstand der Deutschen gefährden.

An dieser viel zu kurz greifenden Sichtweise gibt es leider einige Probleme. Zum Ersten kann das Argument „Die anderen sind doch viel schlimmer“ niemals eine Ausrede sein. Der zweite Punkt ist, dass der CO2-Ausstoß pro Kopf im internationalen Vergleich nicht mehr so rosig aussieht. Unser Pro-Kopf-Ausstoß liegt mit 8,88 Tonnen im Jahr 2016 noch deutlich über den 6,57 Tonnen von beispielsweise China. Kohleverbrennung ist dabei nicht das einzige Problem. Massentierhaltung (auch hier in Wittingen), zahlreiche Flugreisen, 3-Tonnen-SUV – die Liste ist endlos.

Auch dieser „gefährdete Wohlstand“, von dem immer wieder die Rede ist, ist ein zweischneidiges Schwert. Wir nutzen die schlechte Lage der ärmsten Länder der Welt aus, um uns einzureden, wir würden genug gegen den Klimawandel unternehmen. Unser Wohlstand basiert auch auf der Armut anderer Länder und solange die reichsten Länder nicht bereit sind, mehr Geld für Lebensmittel auszugeben, solange wird beispielsweise Brasilien – als einer der größten Fleischlieferanten – weiter Regenwaldflächen roden.

Es ist immer einfach, mit dem Finger auf andere zu zeigen, aber es wird Zeit für uns, auch einmal Verantwortung zu übernehmen. Unser Wohlstand bringt eine Verpflichtung mit sich. Wir können mehr leisten, und das sollten wir auch.

Auch wenn viele Konservative und Liberale immer wieder vor einer „Klimadiktatur“ warnen, ist das Problem dringender, als wir wahrhaben wollen. Langfristig kann nur ein drastischer Wandel in unserer Klimapolitik, in unserem Bewusstsein und in unserem Konsumverhalten unseren Wohlstand sichern. Wir müssen aufhören, ständig nach Ausflüchten und Schuldzuweisungen zu suchen und das Problem endlich konstruktiv angehen. Die Wissenschaft ist sich schon lange einig in Sachen Klima, es ist Zeit, dass Gesellschaft, Politik und Wirtschaft endlich nachziehen und Verantwortung für sich und die Welt, in der wir leben, übernehmen.

Robert Weibel, Wittingen

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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