AZ-Leserbrief

„Beteiligung statt Fragestunde“

Über die Wirksamkeit von Tempo 30-Zonen wurde bei der jüngsten Sitzung des Hankensbütteler Gemeinderates diskutiert.
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Über die Wirksamkeit von Tempo 30-Zonen wurde bei der jüngsten Sitzung des Hankensbütteler Gemeinderates diskutiert.

Otto Kropp schreibt zur Einwohnerfragestunde bei der jüngsten Ratssitzung der Gemeinde Hankensbüttel:

Das Verhalten des Bürgermeisters Köllner in der genannten Sitzung war für mich als Zuhörer mehr als befremdlich. Er unterbrach die Ausführungen der Fragesteller jeweils in recht lauter und barscher Tonart mit dem Hinweis: „Das ist eine Fragestunde und keine Erklärungsstunde!“ Nähere Ausführungen des Herrn Röver ließ er nicht zu. Auch die Erläuterungen des Herrn Döpke in Sachen Tempo 30-Zone im Bereich Finkenweg waren ihm zu lang. „Das liegt der Verwaltung zur Entscheidung vor.“

Auch in Sachen Unterlagen zum Jahresabschluss 2011, welche auch immer das sind – aus 2011!, also nach neun Jahren – gab er kurz an, dass sie in Arbeit sind. Über ein „Wann“ gab es keine Aussage. So also sieht Bürgerfreundlichkeit aus.

Ich selbst hatte keine Frage, hätte aber gern einige Ausführungen zu den 30er- Zonen, zur Geschwindigkeit und Anderem gemacht und zitiere aus meinem Leserbrief vom 23. November 2013: Man kann sich immer wieder nur darüber wundern, ‘was Verkehrsexperten der CDU im Hankensbütteler Rat so von sich geben’. Ein noch tätiger Ratsherr zweifelte seinerzeit daran, ‘dass Autofahrer sich an 30er-Zonen halten’. Weiter ging es mit unqualifizierten Äußerungen: ‘In den Wohngebieten wird ohnehin nicht schneller gefahren. Das Thema erledigt sich also von selbst.’

Woher stammt dieses Wissen? Ich erlebe das anders, und es wurde mir auch wiederholt von Anliegern bestätigt.

Man sollte sich als Ratsmitglied einfach mal mit dem Bürger unterhalten, dem Volk aufs Maul schauen und ein derart brisantes Thema nicht am Ratstisch entscheiden.

Das gilt auch für den Bürgermeister. Anfangs steht der Begriff „Bürger“ und er sollte sich nicht als „Meister“ darstellen.

Abschließend will ich erwähnen, dass ich den Begriff „Bürgerfragestunde“ für falsch halte. Er sollte durch den Begriff „Bürgerbeteiligung“ ersetzt werden. Davon würden wahrscheinlich auch die Ratsmitglieder profitieren, was sie dann wiederum in ihre Ratsarbeit einbringen könnten.

Otto Kropp, Hankensbüttel

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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