„Ausgrenzung manifestiert?“

Heinrich Kahle aus Gifhorn schreibt zur Wesendorfer Diskussion über Obdachlosen-Unterkünfte: .

Weil die Samtgemeinde Wesendorf gesetzlich verpflichtet ist, eine entsprechende Unterkunft für Obdachlose vorzuhalten, wurde hierfür ein bereits bestehendes Gebäude im Schönewörde genutzt. Dieses Gebäude ist Eigentum der Gemeinde Schönewörde, die zur Samtgemeinde Wesendorf gehört. Nun soll also nach einer neuen Alternative für eine entsprechende Unterkunft gesucht werden. Als mögliches neues Domizil für Obdachlose wurde die Hammerstein-Siedlung ins Auge gefasst. Hier soll extra eine bestehende Waldfläche gerodet werden, um dort einen Neubau zu errichten. Sicherlich muss sich nun die Politik fragen lassen, gibt es denn keine entsprechenden Bauplätze, oder keine freien Wohnungen, die man anmieten könnte? Muss es eine Fläche sein, für die bisher keine Baugenehmigung vorliegt? Oder wird bei den Obdachlosen, die bereits schon jetzt am „Rand der Gesellschaft“ leben, diese Ausgrenzung noch manifestiert, in dem man sie dorthin aussiedelt, wo weder eine entsprechende Infrastruktur, noch eine Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln besteht. Versagt hier unser Sozialstaat? Obdachlos wird man ja nicht, weil man dies geplant hat, sondern weil Schicksalsschläge im Leben sehr häufig die Ursache sind. Sollte die Entscheidung für den Standort der Hammerstein Siedlung auch vom Gedanken getragen sein, den Obdachlosen dadurch unter Druck zu setzen, indem man ihm ein aktives Teilnehmen an der Gesellschaft so schwer wie möglich macht, dann sollten sich diese Entscheidungsträger für ihr unsoziales Verhalten schämen.

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