Aufregender Gesang

Winfried Harms aus Oerrel zur aktuellen Sexismus-Debatte:.

Alle reden zur Zeit von Sexismus. Auch fast jede Talkshow stürzt sich jetzt auf dieses Thema. Das ist der Grund, als Mann noch einmal darüber nachzudenken.

So werden wir zum Beispiel in Kürze die Frühlingszeit erleben und uns an dem Singen und Zwitschern der Vögel erfreuen. Das tun aber die männlichen Vögel nicht etwa, weil sie sich über das wärmere Wetter freuen, sondern sie wollen ihren Weibchen zeigen, wie toll sie sind, die Männer. Und die Weibchen schauen nicht etwa gelangweilt oder gar verärgert weg, nein, sie genießen sogar den aufregenden Gesang der Männchen mit dem Ziel, sich von dem mit dem aufdringlich schönsten Gesang erobern zu lassen. Das wissen die Männchen natürlich auch, und genau das vermittelt ihnen Kraft und Fantasie.

Na, und wenn wir im Herbst in unseren Wäldern die Hirsche röhren hören, wissen wir auch, dass sie es nicht etwa für uns Menschen tun, sondern für die ihnen aufmerksam zuhörenden Damen, Hirschkühe genannt. Und die wählen sich schließlich den Partner, der für sie am lautesten röhrt und sich am stärksten aufführt. Alle anderen Wesen auf unserer Erde üben diese Praxis auch aus, und das mit dem Ergebnis, seit Millionen Jahren zu existieren.

Nur wir Männer dürfen das plötzlich nicht mehr, jedenfalls scheint es so. Falls uns eine aufregende Frau begegnet, haben wir gelangweilt wegzuschauen. Wenn man – wie ich – glücklich verheiratet ist, mag das ja noch richtig sein, aber sonst? Hat die Natur da nicht andere Gesetze geschaffen, nämlich körperliche und seelische Unterschiede zwischen Mann und Frau, die wir mit Respekt und Anerkennung genießen dürfen? Obwohl die europäische Menschenrechtskonvention die Gleichheit von Mann und Frau garantiert, hat der FDP-Politiker Rainer Brüderle mit seiner Dirndl-Bemerkung nichts Falsches gesagt.

Winfried Harms

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