Eckhard Stever aus Hankensbüttel möchte den Bohldamm als Naherholungsgebiet erhalten

„Andere Mehrheiten“

Eckhard Stever aus Hankensbüttel äußert sich zu einer Erweiterung des Otter-Zentrums:.

Dieser Aufschrei war zu erwarten. Eine noch von alter Ratskonstellation vorgenommene Abstimmung soll auf Antrag eines neuen Ratsmitgliedes ein weiteres Mal beraten werden. Ergebnisoffen wird dieses fürwahr heikle Thema also erneut auf Tagesordnungen erscheinen. Dafür sprach sich trotz gegenteiliger Beschlussvorlage eine knappe Mehrheit aus. Im neuen Rat sitzen jetzt drei Personen mehr als zuvor, die den Bohldamm als Verkehrsader unbedingt erhalten wollen, zwei davon durch die Bürgerliste. Ausgerechnet der einzig übrig gebliebene Ratsherr der Grünen spricht nun dieser Bürgerliste das Recht ab, „zu wissen, was die Bevölkerung denke“, obwohl Hunderte von Unterschriften das sehr deutlich dokumentieren.

Ebenfalls nicht unkommentiert sollte der Leserbrief von Dr. Angela Marciniak bleiben, dem man Sätze entnehmen kann wie „ich kann nicht verstehen, dass bestimmte Politiker die Interessen von einigen wenigen Anwohnern höher gewichten als die Interessen anderer Menschen“. Von den vielen Hundert Personen, die durch eine Unterschrift seinerzeit ihren Willen deutlich bekundeten, sind nur sehr wenige Anwohner des betroffenen Gebietes. Auch die Erwähnung von „Verschwörungstheorien“, die an Stelle von Argumenten hervorgeholt würden, wird dem komplizierten Sachverhalt nicht gerecht. Zu viel ist in den Jahren seitens großer Teile des Rates und der Verwaltung geschehen, um sagen zu können, da ist nicht alles korrekt gelaufen. Dazu schreibt Dr. Marciniak: „Auf diese Weise zu argumentieren, ist oft einfacher, als die Meinung Andersdenkender anzuerkennen und sich damit auseinanderzusetzen“. Die Akteure der einstigen Bürgerinitiative wären froh darüber gewesen, wenn die Mehrheit der Mitglieder des vorherigen Rates, die Verwaltung und vor allem die nach wie vor wenig kompromissbereite Leitung des Otter-Zentrums die Meinung Andersdenkender in dieser Angelegenheit mal anerkannt und sich damit auseinandergesetzt hätten.

Unrichtiges wird auch dann nicht richtig, wenn man es nur oft genug wiederholt. Der neue Bürgermeister ist, wie in einem Leserbrief stand, kein „Wendehals“, sondern hat sich auch zuvor als Ratsherr von Beginn an mutig der Entwidmung des Bohldamms entgegengestellt. Es ist nur zu begrüßen, dass er auch in der neuen Verantwortung zu dem steht, was er schon immer vertreten hat. Lediglich veränderte Mehrheiten im Rat stellen nun die vor den Wahlen im September schnell noch durchgepeitschten Beschlüsse wieder infrage. Um es ein weiteres Mal ganz klar zu stellen: Niemand will das Otter-Zentrum loswerden. Alle sind sich der Bedeutung bewusst. Niemand will eine Erweiterung des Otter-Zentrums verhindern, aber ein Großteil der Hankensbütteler Bevölkerung will dafür nicht erneut Teile seines wertvollsten Naherholungsgebietes opfern.

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