IK-Leserbrief

„58.000 Euro sind immer noch Worst Case“

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Die Straße Bauernende/Ecke Am Teich vor der Sanierung im Sommer 2018.

Zu der Meldung „Bauernende in Weddersehl: Anliegeranteil von 58 000 Euro“, IK vom 18. Februar, erreichte die Redaktion folgende Lesermeinung:.

Ein Hoch auf die bürgerfreundlichen Ratsmitglieder der Gemeinde Dedelstorf. Der Anliegeranteil im Bauernende kann vermutlich auf 50 000 Euro reduziert werden. Die vorangekündigten 90 000 Euro waren – zu neudeutsch – „Worst-Case”-Zahlen.

Liebe Ratsmitglieder, die Sie die rückwirkende Aussetzung der Straßenausbaubeiträge abgelehnt haben: Auch die nun entstandenen 58.000 Euro oder bei einer Veranlagung von 50 Prozent entstehenden 48.300 Euro stellen für die Anlieger immer noch den „Worst Case“ dar: Im schlimmsten Fall teilen sich vier Anlieger die Kosten für ein gepflastertes Teilstück des Bauernendes. Rundgerechnet entstehen für jeden Anlieger Kosten von mehr als 10.000 Euro. Ein Schnäppchen, wenn man daran denkt, dass zu Beginn der Planung fast die doppelte Summe im Raum stand.

Wir empfehlen allen Nichtbetroffenen, die Straße Bauernende komplett zu befahren. Die Straße wurde nicht komplett erneuert, nur zirka 300 Meter wurden angefasst, also weniger als 50 Prozent der Straße. Das Teilstück vom Wiesenweg bis zur Kreuzung Am Teich blieb unberührt, in Richtung Weddersehler Dorfstraße fehlen wiederum ein paar Meter. Einige Anlieger und auch Ratsmitglieder wurden also nach bisherigem Sachstand verschont. Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Der Antrag der Bürgerinitiative „Dedelstorfer für Dedelstorf“, die Straßenausbaubeitragssatzung rückwirkend auszusetzen, wurde vom Rat abgelehnt. Eine Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger wird von unseren Volksvertretern aufgrund des wirtschaftlichen Vorteils für betroffene Anlieger und fehlender (auch nicht gesuchter) Finanzierungsalternativen von der Mehrheit der Ratsmitglieder befürwortet.

Ein Hoch auf die bürgerfernen Volksvertreter. Sie ignorieren das Ergebnis des Bürgerentscheides, sie ignorieren die Entwicklungen in den Nachbargemeinden und ignorieren die Bedürfnisse und Leistungsfähigkeit der Normalbürger.

Werte Ratsmitglieder, Sie generieren zusätzlich zu bestehenden Standortnachteilen wie lange Fahrtzeiten zu Arbeitgebern, schlechte Ärzteversorgung, mangelnde Einkaufsmöglichkeiten und wenig Perspektiven für „Alte“ in unserer Gemeinde auch möglicherweise enorme Kosten für Straßenerneuerungsmaßnahmen.

Martin Schmidt, Langwedel

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Leserbriefe geben die Meinung des unterzeichnenden Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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