Leserbrief

„Ziehe den Hut vor den Leistungen der Lehrer“

Maik Baumann aus Salzwedel zur Wochenkolumne „Jammern auf hohem Niveau“, AZ vom 23. Februar:

Wir haben selbst ein schulpflichtiges Mädchen im Alter von zehn Jahren und sind also auch hautnah betroffen. Ich ziehe den Hut vor den Leistungen der noch vorhandenen Lehrer. Man kann hier auch nicht einfach eine Bertelsmann-Studie nehmen und alle Lehrer über einen Kamm scheren.

Die Lehrer bzw. Lehrerinnen leisten hier Überstunden und gehen bis zu ihrer Belastungsgrenze, um unseren Kindern noch etwas zu vermitteln. Hier geben sich die Lehrkräfte (generell in Salzwedel ) alle Mühe und werden dann auch noch vorverurteilt. Wenn dieser Beruf doch so toll bezahlt wird (dass man hier nur auf hohem Niveau jammert), warum will dann keiner mehr den Job machen? Man darf auch nicht vergessen, als Lehrer hat man heute kaum noch Rechte. Wenn heute ein Schüler irgend eine Ungerechtigkeit behauptet, ist die Lehrkraft in der Beweispflicht.

Meine Frau ist Kindergärtnerin, also hat auch sie mit Erziehung zu tun. Meine Tochter ist hier in einer vierten Klasse in Salzwedel und wurde und wird auch noch immer sehr gut betreut. Das wird aber nur durch das Engagement der Lehrer selbst geleistet. Durch meine Arbeit kenne ich auch eine Lehrerin im ländlichen Bereich, die noch einmal überredet wurde, noch ein wenig weiter zu unterrichten (66 Jahre), weil kein Ersatz vorhanden ist ... Die jetzigen Lehrkräfte geben hier alles, um den eigentlichen Lehrplan zu erfüllen und die bestehenden Schulen noch am Leben zu erhalten. Es werden hier Überstunden gemacht (die teilweise gar nicht bezahlt werden) und auch die Kontrolle der Aufgaben wird mit nach Hause genommen. Sehr viele tolle Lehrer stehen vor dem Ruhestand und es gibt keinen Ersatz. Man sollte und muss den Beruf Lehrer mehr würdigen und auch diesen in den kleinen Städten oder Dörfern wieder attraktiver machen.

Leserbriefe geben die Meinung des Verfassers wieder. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

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