Leserbrief

Wolf: „Keine Gefahr für uns“

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Der Wolf und seine Verbreitung sind nach wie vor ein heiß diskutiertes Thema. Angriffe auf den Menschen durch das Raubtier gab es in der Altmark bislang nicht.

Altmark. Ellen Renne aus Tangermünde meldet sich zu der Diskussion um die Gefährdung des Menschen durch den Wolf und zum Artikel „Der Wolf muss ins Jagdgesetz“ (AZ, 6. Februar) zu Wort:

Unser Gesundheitswesen ist in einem katastrophalen Zustand. Tausende Patienten sterben an den Folgen des MRSA-Keims. In Pflegeheimen wird menschenunwürdig mit den Senioren umgegangen, weil Personal fehlt. Zehntausende Bürger sterben jedes Jahr frühzeitig an den Folgen der Luftverschmutzung oder an Pestiziden, Kunststoffen und Medikamenten im Trinkwasser. Das ist nur ein kleiner Auszug der Themen, die unsere Lebensqualität einschränken. Der Wolf gehört nicht dazu. Er hat noch nicht ein Menschenleben gefährdet, im Gegensatz zum Hund, dem jedes Jahr hunderte zum Opfer fallen.

Aber auch die FDP, in Person von Marcus Faber, muss sich an dieser „Hetzkampagne“ beteiligen, anstatt sich um unsere Lebensgrundlagen zu kümmern. Jeder Bürger, der sich bei Biologen informiert, weiß, dass der Mensch nicht zu den „Beutetieren“ des Wolfes gehört. Nur weil er mal sichtbar ist, ist er noch lange keine potenzielle Gefahr für uns. Der Mensch hat sich flächenmäßig so ausgebreitet, dass man sich nicht immer aus dem Weg gehen kann. Es spricht nichts gegen Waldspaziergänge. Wenn der Wolf sich ein Nutztier, etwa ein Schaf, holt, ist das ein ganz natürlicher Vorgang. Diese Tiere wurden in seinen Lebensraum gestellt und zumeist nicht ausreichend gesichert.

Herrn Faber möchte ich raten, sich unabhängige Berater zu suchen, um nicht in einem weiteren Bereich „fehlgeleitete“ Politik zu betreiben. Jäger sind keine Fachkräfte zum Thema Wolf, sondern Lobbyisten gegen ihre wiedergekehrte Konkurrenz im Wald. Der Wolf ist Bestandsregulierer von Reh oder Wildschwein. Marcus Faber ist beeindruckt von „grausigen Bildern auf den Feldern...“. Hat er sich schon einmal die Nahrung des Menschen in der Massentierhaltung angeschaut? So brutal wird nie ein Wolf sein.

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