Leserbrief

„Es wird für uns alle gefährlich“

Altmark. Ellen Renne aus Tangermünde äußert sich zum Thema „Wolf“ und zum Umgang mit anderen Lebewesen:

Beim Thema Wolf handelt es sich um eine Grundsatzdiskussion: Wie weit darf der Mensch gehen, wenn er sich die Welt „bequem einrichtet“?

Wenn Menschen die Notwendigkeit einer Art in Frage stellen („Wir sind 150 Jahre gut ohne Wolf ausgekommen“, „Wir brauchen den Wolf nicht“), dann wird es für uns alle gefährlich. Denn solche Aussagen zeigen, dass es Defizite in den Kenntnissen zu Lebensgrundlagen und Naturgesetzen gibt. Fehlendes Wissen und Ignoranz richten Schaden an.

Jedes Lebewesen erfüllt seinen ganz eigenen „Zweck“ im System und ist von entscheidender Bedeutung für unser aller Lebensqualität, dazu zählt auch der Wolf.

Je mehr Glieder aus dieser „Kette der Artenvielfalt“ verschwinden, umso bedrohlicher steht es auch um das Leben des Homo sapiens. Wir können nicht ohne die anderen Lebewesen existieren, was umgekehrt ganz anders aussieht.

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Der Mensch hat sich das Recht genommen, diesen Planeten mit all seinen Lebensformen zu beherrschen und (aus-)zunutzen. Dabei lässt er ausschließlich seine Bedürfnisse gelten, die der anderen Lebewesen finden keine Akzeptanz, wenn sie störend wirken. Damit unsere Bedürfnisse nach Nahrung, Profit, Spaß und Bequemlichkeit erfüllt werden, gehen wir „über Leichen“. Wir zerstören nicht nur jeden Tag ein weiteres Stück Natur, wir töten auch unsere „Mitbewohner“, und das ganz ohne Skrupel.

Jedes Jahr werden Millionen Wildtiere aus den Wäldern qualvoll getötet. Die Jagd zur Regulierung von Populationen ist für die einen eine billige Möglichkeit, kurzzeitig ein „Problem“ zu beseitigen. Für die anderen nur „Sport und Spaß“.

Die Praxis belegt, dass die Jagd die Tierbestände sogar erhöht. Die Natur kann sich ausschließlich nur selbst regulieren und ein Gleichgewicht herstellen, wobei der Wolf eine wichtige Rolle spielt. Jeder Eingriff des Menschen ist kontraproduktiv.

Bejagung ist nicht nur nicht zielführend, es wird auch eine nicht unerhebliche Menge an giftigem Blei in die Natur gebracht. Folgen sind unter anderem das zahlreiche Sterben von Seeadlern sowie die Kontamination von Trinkwasser.

Kein Tier trägt die Schuld an Schweinepest und Co., all das sind menschgemachte Probleme, die allein der Mensch lösen kann. Und zwar indem er umdenkt. Das fängt bei der Landwirtschaft an und hört bei der Befestigung von Flächen auf. Ganz entscheidend aber ist es, dass wir alles Leben respektieren und wertschätzen.

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