Leserbrief

„Wie lange müssen wir das noch ertragen?“

Stendal. Astrid und Melina Hofer aus Stendal melden sich zum Verbrennen von Gartenabfällen im Landkreis Stendal zu Wort: 

"Deutschland entscheidet sich für Dieselverbot – in Stendal hat man scheinbar keine Sorgen. Man hat die Emissionen von CO2, Feinstaub und Stickoxiden durch Kreuzfahrtschiffe, Flugzeuge oder eben auch Dieselfahrzeuge längst gemessen und die Gefahren, die dadurch entstehen, schon längst festgestellt.

Die Ergebnisse sind erschütternd. Lungengewebe entzündet sich nach längerem Aussetzen von Stickoxiden. Feinstaub führt zu Asthma und Bronchitis, CO2 bringt uns auf direktem Kurs zu einer überhitzten Erde. Es war längst Zeit für Deutschland, dieser systematischen Selbstzerstörung von Mensch und Natur ein Ende zu setzen. So scheint es, wir wären auf bestem Wege – außer in unserem Landkreis, in einer gewissen Sache: dem Verbrennen von Gartenabfällen.

Zweimal pro Woche, mittwochs und sonnabends, kann man in Herbst und Frühjahr deutlich in der Luft den Qualm riechen. Angenommen, die offiziellen Zeiten, an denen verbrannt werden darf, werden eingehalten. Zum Beispiel darf nur für zwei Stunden verqualmt werden, aber wer ist verantwortlich, das zu kontrollieren? Auch wird nicht darauf geachtet, was auf den Scheiterhaufen landet. Die Regelungen schreiben vor, dass das Verbrannte nur aus trockenen Pflanzenresten bestehen darf. Aber auch das wird nicht eingehalten. Wo Feuer ist, qualmt es. Da helfen auch die besten Verordnungen nicht. Die Folgen für Natur und Gesundheit werden einfach ignoriert. Und das, obwohl einfachere Alternativen für Müllentsorgung bereitstehen. Warum also dieses alte Ritual, wenn es zum Beispiel im Jerichower Land, wo es verboten wurde, auch ohne geht? Wie lange müssen wir das noch ertragen?"

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