„Der tierquälerische Aspekt“: Jana Hitschold kritisiert das Hähnchenmastprojekt in Neuekrug

„Was wird aus unseren Straßen und unseren Häusern“

Jana Hitschold aus Neuekrug lehnt die geplante Hähnchenmastanlage in Neuekrug (wir berichteten) ab. Sie schreibt:.

Leserbrief

Lieber Herr Investor,

entsetzt mussten wir erfahren, dass in Neuekrug eine Hähnchenmastanlage mit 200 000 (!) Tieren entstehen soll. In diesem Leserbrief möchten wir uns allen nochmal deutlich machen, was Hähnchenmast allgemein und speziell auch für unsere Region bedeutet.

Das geplante Projekt soll vorerst vier Mastställe, dazugehörige Silos, Kläranlagen, etc. umfassen. Bei einer geschätzten Mastzeit von etwa 30 Tagen pro Tier, könnten durchschnittlich acht Mastdurchgänge pro Jahr stattfinden – in diesem Fall sprächen wir von mindestens 1,6 Millionen Tieren, die jedes Jahr in Neuekrug über unsere Straßen an- und abreisen.

Der tierquälerische Aspekt, dass die Hähnchen innerhalb von kürzester Zeit auf engstem Raum (mindestens 25 Tiere pro Quadratmeter) zwischen bereits sterbenden Artgenossen hochgezüchtet werden und vor sich hin vegetieren, ist mittlerweile wahrscheinlich jedem bekannt und ein Thema, was uns alle schon aufwachen lassen müsste!

Hinzu kommen die direkten Belastungen für uns. Es entstehen kilometerweit extremste Geruchsbelästigungen und Verunreinigungen des Bodens und der Luft, die gesundheitsschädlich und für uns alle gefährlich sind! Hühnertrockenkot gilt als Sondermüll – antibiotikaresistente Keime begleiten uns überall. Niemand sieht sie, aber sie machen uns alle krank.

Wem das noch nicht genug ist – eine solch riesige Anlage benötigt eine riesige Menge an Lkw. Sie müssen kommen, um die Tiere zu bringen, sie mit Futter zu versorgen, ihren Kot zu entsorgen, sie zum Schlachthof zu fahren, usw. Es werden Tausende (!) Lkw fahren – durch Neuekrug, durch Diesdorf, durch Dähre, durch Waddekath, durch Erpensen, durch Wittingen … Was wird aus unseren Straßen und vor allem was aus unseren Häusern – wer bezahlt die entstehenden Schäden? Wer erklärt unseren Kindern, dass wir jetzt in einem Industriepark wohnen, der zum Tiere quälen bestimmt ist und man lieber nicht mehr im Garten buddelt, auf Wiesen tobt, in Pfützen rumspringt oder Hüpfekästchen auf der Dorfstraße spielt?

Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt von Sachsen-Anhalt, Herr Dr. Hermann Onko Aeikens, wirbt mit Produkten aus Sachsen-Anhalt, die „eine hohe Qualität aufweisen, gut schmecken und gesund sind“. Das Bundesamt für Naturschutz wirbt mit „Das Grüne Band Deutschland“ für Naturräume mit „bundesweiter bzw. landesweiter Bedeutung für Arten- und Biotopschutz“ in Sachsen Anhalt. Warum können wir es nicht dabei belassen und unsere Stärken noch stärker machen und unsere Schwächen ausmerzen? Wir alle zusammen!

Danke, Herr Investor.

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